Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Der Aktie ist, anders gesagt, alles egal; das ist ihre Natur.

Der Aktie ist, anders gesagt, alles egal; das ist ihre Natur.

Sondern wir haben natürlich auch Papiere von Papieren und Papiere von Papieren von Papieren und von alldem auch das Gegenteil. Sie können – ZEIT-LeserInnen wissen das – irgendwo eine verbriefte Option darauf kaufen, dass in sieben Jahren eine Verkaufsoption auf einen koreanischen Autohändler in Chile mehr oder weniger als fünf Prozent unter dem Kursgewinn des kanadischen gegenüber dem amerikanischen Taler gestiegen ist. Dafür wird es schon irgendwo einen Markt geben. Es gibt ja auch einen für Kinderpornografie. Der ist allerdings deutlich übersichtlicher und auch für Verbraucher und Verbraucherinnen verständlich.

Wenn man ein Fonds-Manager ist, macht man so etwas an einer Termin-Börse. Da kann man um 17.00 Uhr das Recht kaufen, am 1. November 2017 zwei Millionen Barrel Öl für jeweils 76 Dollar an den freundlichen Wettpartner verkaufen zu dürfen. Um 17.02 Uhr kann man dieses Recht mit null Komma zwei Cent Aufschlag an einen anderen verkaufen. So geht es dahin, das schöne Öl! Und irgendwann wird es dann vielleicht auch einmal verkauft werden. Garantiert nicht an den, der die Kaufoption gezeichnet hat – der hat dieses abstrakte Konstrukt längst zwölfmal neu “verbrieft”, “Derivate” erzeugt und in Parallel-Gesellschaften gegen sich selbst “gewettet”. Am Ende kratzen irgendwo in der Wüste von Saudi-Arabien irgendwelche Sklaven-Arbeiter bei 50 Grad Hitze Öl aus dem Sand. Wenn sie es nicht täten, zerfielen alle papiernen Träume zu Staub.

“Widerwärtiges Tatmotiv”

Wenn man ein dummer Privatmensch ist, den die Redakteure des Wirtschaftsteils Ihrer Online-Zeitung schon im Ansatz durchschauen, kauft man bei einer Online-Bank eine “Put-Option”. Das Handelsblatt sagt uns, was das ist:

“Optionsscheine ermöglichen Privatanlegern, auf eine positive wie negative Kursentwicklung einer Aktie zu spekulieren (…) Das Optionsrecht stellt einen Vertrag dar, der dem Käufer das Recht einräumt, innerhalb eines Zeitraums (oder zu einem Zeitpunkt) eine im Vorhinein festgelegte Aktientranche … zu einem vereinbarten Preis zu verkaufen.”

Stimmt genau. Damit zurück zum schlimmsten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte: Der doofe Beschuldigte dachte möglicherweise (was sonst?), wenn die leistungstragenden Angestellten der BVB AG tot, verletzt, arbeitsunfähig wären, werde die Aktie des Unternehmens fallen. (Kann man denken, muss man aber nicht.) Also kaufte er für ein paar Euro Optionsscheine, die auf einen kurzfristigen Kursverfall spekulierten. Und tat etwas, was nach seiner Meinung diesen Effekt am Kapitalmarkt hervorrufen könnte.

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Artikel über HABGIER von Thomas Fischer

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