Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

SKALP

In der Folgezeit wurde das Sachsenross mehr denn je zum Inbegriff welfisch-hannoverscher Identität und zum Symbol des Widerstands gegen die preußische Herrschaft.

Aus diesem Grund wurde auch die überlebensgroße, bronzene Statue des Sachsenrosses ein Politikum, die im Jahre 1866 vom Bildhauer Albert Wolff im Auftrag des Königs von Hannover geschaffen wurde. Sie sollte ursprünglich auf der Balustrade des Welfenschlosses aufgestellt werden, was jetzt nicht mehr in Frage kam. Auch der Versand der Statue zur Weltausstellung nach Paris 1867 musste ausfallen, weil man fürchtete, der im Exil lebende König Georg V. könnte im Ausland Besitzansprüche anmelden. So stand die Statue jahrelang unter den Türen des Hauptportals des Schlosses. Erst als im Jahre 1879 die Königliche Technische Hochschule, die spätere Universität Hannover, in das Gebäude einzog, fand das Pferd auf einem Steinsockel auf dem Vorplatz einen würdigen Aufstellungsort. Dort steht es bis heute.

Aber auch aus dem Exil versuchten die hannoverschen Welfen nach 1866 gegen die preußische Besatzung ihres Landes vorzugehen – auch militärische Gewalt wurde erwogen, was aber nicht umgesetzt wurde. Das Sachsenross spielte aber auch hier wieder bei der begleitenden Propaganda eine wichtige Rolle. Daran erinnert heute noch das Lied Sachsenroß am Kragen von H. Matthe:
Wappen des Freistaates Braunschweig 1922–1946

„Auf! Niedersachsens Söhne stärket unsere Reih’n.
Jetzt ist die Stund gekommen, die Heimat zu befrei’n.
Sachsenroß am Kragen, gelb und weiß das Band,
Niedersachsens Söhne werden wir genannt.“

– aus: Lieder der Deutschen Legion

Im Herzogtum Braunschweig wurde das Sachsenross mit Datum vom 28. September 1912 von einem eher inoffiziell verwendeten kleinen Wappen zu einem behördlichen „Dienstsiegelwappen“, also zum offiziellen Motiv auf amtlichen Stempeln.

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