Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

SICHELSCHMIEDE

Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen

Politisches Ziel der Sichelschmiede ist es, dazu beizutragen, dass Auslandseinsätze der Bundeswehr politisch nicht mehr durchsetzbar sind. Wir wenden uns gegen die Ausweitung des Begriffes “Verteidigung” auf jede nur erdenkliche Situation, in der Interessen der Bundesrepublik Deutschland gefährdet sind; wir lehnen es ab, dass die Bundeswehr – wie in den verteidigungspolitischen Richtlinien von 2003 beschrieben und seitdem Schritt für Schritt umgesetzt – ein “Instrument der Außenpolitik” ist und mit militärischen Mitteln in Konflikte in anderen Ländern eingreift. Wir lehnen Krieg grundsätzlich ab. Wir sind überzeugt, dass Konflikte nur mit gewaltfreien Mitteln konstruktiv bearbeitet werden können.

Die Bundesregierung nennt das, was die Bundeswehr in Auslandseinsätzen tut, nicht “Krieg”, sondern z.B. “friedenserzwingende Maßnahmen mit hoher Kampfintensität” oder “humanitäre Intervention”. Hier in der Kyritz-Ruppiner Heide wollten Bundeswehr, EU-Truppen und NATO für solche Maßnahmen üben – z.B. das Abwerfen von Bomben auf Ziele am Boden, und das Zusammenwirken von Luft – und Landstreitkräften, wie es bei einer militärischen Invasion praktiziert wird. An diesen Plänen wird sichtbar, wie die Bundeswehr-, EU- und NATO-Einsätze der Zukunft aussehen sollen. Deshalb ist der Erfolg im Konflikt um das Bombodrom auch ein großer friedenspolitischer Erfolg, ein Schritt auf dem Weg zur politischen Verhinderung zukünftiger Kriege.
Die Arbeit der Sichelschmiede

Nach der Verhinderung des Luft-Boden-Schießplatzes in der Kyritz-Ruppiner Heide haben wir die Schwerpunkte für unsere Arbeit neu gesetzt:

Bewahren, Aufarbeiten und Weitergeben der Geschichte des Widerstands gegen das Bombodrom
Wir möchten die Sichelschmiede zu einem Ort machen, an dem BesucherInnen sich informieren können - durch das persönliche Gespräch und durch eine Ausstellung. Wenn es in Zukunft offizielle Heideführungen für TouristInnen gibt, möchten wir in diesem Rahmen eine Führung mit dem Schwerpunkt „Antimilitarismus“ anbieten.
„Hier nicht und nirgendwo“ - Unterstützung von Widerstand gegen Bombenabwurfplätze anderswo
Wir möchten Kontakt halten und Kontakte knüpfen zu Initiativen an anderen Orten im In- und Ausland, wo die Bundeswehr das Bombenwerfen übt. Wir möchten dazu beitragen, den erfolgreichen Widerstand gegen das Bombodrom zu einem Exportschlager zu machen.
Information verbreiten
Zu einem wichtigen Aspekt unserer Arbeit haben sich unsere Rundschreiben entwickelt, mit denen wir derzeit über die Entwicklung in Sachen "Zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide" sowie über Widerstand gegen andere Truppenübungsplätze und Bombenabwurfplätze berichten. Auf diese Rundschreiben bekommen wir immer wieder positive Rückmeldungen. Außerdem möchten wir mit Analysen und Artikeln auch weiterhin darüber informieren, wie Bundeswehr, EU und NATO weltweit Kriege vorbereiten und führen und wie damit Völkerrecht und Verfassung ständig verletzt werden.
Gewaltfreiheit üben
Wir bieten Trainings und Seminare an zu gewaltfreier ziviler Konfliktbearbeitung. Damit möchten wir der allgegenwärtigen „TINA“ (There is no alternative, Es gibt keine Alternative) ein Wissen um praktische Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktaustragung entgegensetzen. Mit Trainings zu gewaltfreier Aktion und Zivilem Ungehorsam wollen wir Menschen für antimilitaristische Aktionen und Kampagnen vorbereiten und stärken.

Feigenbaum und Weinstock

“Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andre ein Schwert aufheben, und werden nicht mehr Kriegen lernen. Ein jeglicher wird unter seinem Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu.” (Micha 4)

“Sichelschmiede” hieß in den 80er Jahren eine kleine Lebensgemeinschaft in Oberschwaben, die sich unter anderem am Widerstand gegen die Pershing-II-Raketen beteiligte. Wir haben den Namen aufgegriffen – und knüpfen damit auch an die Friedensbewegung in der DDR an, die sich ja mit ihrem Symbol “Schwerter zu Pflugscharen” auf das gleiche Bibelzitat bezog.

Sicher ist es kein Zufall, dass schon der biblische Prophet Micha einen Zusammenhang herstellte zwischen einem friedlichen Zusammenleben und einer auf die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen ausgerichteten Wirtschaftsweise. “Ein jeglicher wird unter seinem Feigenbaum und Weinstock wohnen ohne Scheu.” – alle können selber das produzieren, was sie für ein schönes Leben brauchen, ohne es anderen wegnehmen zu müssen. Feigenbaum und Weinstock, das steht für uns auch für Genuss und Freude am Leben.

Unsere Vision von der Sichelschmiede

Ursprünglich war die Sichelschmiede als Gemeinschaftsprojekt gedacht. Aber während sich die inhaltliche Arbeit gut entwickelt hat und viel positive Resonanz bekommt, hat sich die Vision einer Sichelschmiede-Gemeinschaft nicht realisiert. Jetzt wird sie in anderer Form wieder aktuell:
Zempow ist ein wunderbares Dorf, in dem es viele Ansätze und Ideen für ein kooperatives Miteinander gibt. Dazu müssen nicht alle unter einem Dach leben oder zu einem Projekt gehören. Wir haben dazu viele Ideen und große Lust, uns hier einzubringen.

Auf unserem Hof möchten wir die inhaltliche Arbeit mit Subsistenzarbeit verbinden, also mit einer Arbeit, die unmittelbar – nicht mit dem Umweg übers Geld – der Sicherung der Lebensgrundlagen dient. Dazu möchten wir einen Obst- und Gemüsegarten anlegen und Ziegen und Hühner halten.
Kontakt

Sichelschmiede
Zempower Dorfstr. 40
16909 Wittstock
Telefon 033923-715071
info “at” sichelschmiede “punkt” org

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