Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

SANDUHR

1. Warum kann man mit einer Sanduhr Zeit messen ?

Mit den Augen eines Physikers betrachtet ist Sand eine ebenso spannende wie komplizierte Materie, die manche überraschende Verhaltensweise zeigt, sich teils wie ein Festkörper, teils wie eine Flüssigkeit verhält.
Schon eine einfache ® Sanduhr kann sich als aufschlußreiches Versuchsinstrument erweisen. Auf den ersten Blick ähnelt das gleichmäßige Rieseln der feinen Gesteinskörnchen dem Ausgießen einer Flüssigkeit. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied. Die Flüssigkeitsmenge, die durch eine Öffnung fließt, hängt von der Höhe der Flüssigkeitssäule über dieser Öffnung ab. Dagegen rinnt in einer Sanduhr immer die gleiche Menge Sand pro Zeiteinheit durch die Verengung, unabhängig von der Höhe der Sandsäule darüber. Das ist auch der Grund, weshalb Sand überhaupt zur Zeitmessung genutzt werden kann.
Sand-Abc wird präsentiert von Dipl.-Geologe Dr. Dietmar Meier

Sanduhren dienten in den vergangenen Jahrhunderten für vielfältige Aufgaben. Bereits um 1400 gehörten sie zur festen Ausrüstung in der Seefahrt. Die Borduhr – Glas genannt – lief eine halbe Stunde und regelte den Dienst auf den Segelschiffen schon bei den mittelalterlichen Entdeckungsfahrten. Zum Berechnen der Schiffsgeschwindigkeit war sie lange Zeit unentbehrlich.
Im Gerichtssaal, bei politischen Versammlungen, bei Examensprüfungen und auf den Kirchenkanzeln ermahnten Sanduhren die Redner, ihre Vorträge nach einer „angemessenen“ Zeit zu beenden. In den Giftküchen der Alchimisten ebenso wie in der Industrieproduktion bestimmten Sanduhren die Dauer von Reaktions- und Fertigungsprozessen. Nach der Erfindung des Telefons waren Ende des 19. Jahrhunderts Sanduhren in den Fernsprechämtern zum Regeln der Gesprächsdauer im Einsatz. In der Medizin bestimmten Sanduhren lange Zeit die Dosierung von Heilbädern oder Bestrahlungen.

Die Sanduhr als Symbol der Vergänglichkeit
In künstlerischen Darstellungen und als dekorativer und funktioneller Gegenstand in Wohnräumen mahnt die Sanduhr daran, dass das Leben nur kurz ist und dass der Mensch seine wie der Sand verrinnende Zeit sinnvoll nutzen sollte. Sie ist in der Archetypenlehre im Sinne von Carl Gustav Jung ein archetypisches Symbol für die Vergänglichkeit alles Irdischen, in abendländischer Tradition auch Vanitas genannt.

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