Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

“Zeig deinen Mut, Trakehnerblut”

Tempelhüter

Das Mädchen Marion (früherer Kinotitel war Preis der Nationen) ist ein deutsches Filmmelodram aus dem Jahr 1956, das damals am 26. Oktober Premiere hatte.

Das Mädchen Marion von Hoff lebt mit ihrer verwitweten Mutter Vera auf dem heimischen Gut in Ostpreußen.
Als das Gestüt Trakehnen im Kriegswinter 1944/1945 evakuiert wird, kehrt Gestütsoberwärter Kalweit in Begleitung seiner Männer und vieler wertvoller Trakehner-Stuten auf dem Gut der von Hoffs ein.
Kalweit überredet Vera von Hoff das Gut zu verlassen und in Richtung Westen zu fliehen.
Bevor Kalweit aufgrund der Fluchtstrapazen stirbt und der Treck weiterzieht, vertraut er dem Mädchen Marion das neugeborene Trakehner-Fohlen Prusso an, dem Kalweit abstammungsmäßig eine glänzende sportliche Zukunft voraussagt.

Schweren Herzens verlassen Mutter und Tochter das heimische Gut und flüchten, die wichtigsten Erinnerungsstücke in einem Planwagen verstaut, mit dem Fohlen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.
Nach vielen Abweisungen werden sie schließlich auf einen Bauernhof der Frau Buddensiek in Niedersachsen aufgenommen.
Als der Tierarzt Dr. Peter Meining dort verhindert, dass der, inzwischen zu einem stattlichen Pferd herangewachsene, Prusso gestohlen wird, verliebt sich Marion in ihn, bemerkt dabei aber nicht, das Meinings Interesse nicht ihr, sondern ihrer Mutter gilt.

Eines Tages helfen Vera und der Tierarzt gemeinsam einem Fohlen auf die Welt.
Das Erlebnis bringt Meining dazu, Vera seine Absichten zu erklären.
Sie vertröstet ihn auf später, um ihre verliebte Tochter nicht zu kränken.

Beim ersten Turnierstart im Springreiten führt Meining das Tier.
Er legt ein schnelles Tempo vor und stürzt schwer.
Vera kümmert sich um ihn, während Marion das Pferd einfängt.
Zufällig blickt sie durch ein Fenster und bekommt mit, welch inniges Verhältnis Vera von Hoff und Dr. Peter Meining inzwischen pflegen.
In ihrer Verzweiflung geht sie ins Wasser, kann aber zu gut schwimmen und wird schließlich ohnmächtig wieder ans Ufer getrieben.

Das Verhältnis von Mutter und Tochter ist danach eine Weile sehr belastet.
Prusso ist inzwischen so positiv aufgefallen, dass der Hengst in die Nationalmannschaft aufgenommen werden soll. Im Trainingszentrum Eberslohe soll Prusso auf seine zukünftigen Aufgaben vorbereitet werden.
Widerwillig nimmt Marion das Angebot an und stellt das Pferd dem Trainer Günther Legler vor.
Dieser geht nach Marions Ansicht viel zu hart mit Prusso um, so dass es zu verschiedenen Zerwürfnissen zwischen den beiden kommt.
Die mehrfache Androhung der Abreise kann Marion allerdings nicht umsetzen, da ihre Mutter als Eigentümerin des Pferdes, die Trainingsbedingungen unterschrieben hat. Schließlich muss Marion sich mit der Situation arrangieren und tatsächlich tritt eine Verbesserung des Verhältnisses zu dem selbstbewussten Legler ein, der von Anfang an überzeugt ist Marion “zähmen” zu können.

Auf dem Reiterball am Abend vor der Teilnahme Leglers mit Prusso am Preis der Nationen tanzt Marion mit Günther Legler, als ihre Mutter und der Tierarzt Dr. Meining in den Saal eintreten. Marion freut sich unbändig, ihre Mutter wiederzusehen, und verzeiht ihr das Verschweigen des Verhältnisses zu Dr. Meining.

Mit dem Trakehner-Wahlspruch „Zeig deinen Mut, Trakehnerblut.“ schickt Marion schließlich ihr Pferd und ihren neuen Schwarm erfolgreich in die Prüfung des Nationenpreises, die Prusso und Legler in einem spannenden Zeitstechen gegen Berndella und Leutnant Ortega gewinnen.

Die Zucht des Warmbluts Trakehner Abstammung in Mecklenburg- Vorpommern und ihr Einsatz zur Veredlung des Mecklenburger Warmbluts

Während des zweiten Weltkrieges und nach Kriegsende waren eine größere Anzahl reinrassiger Trakehnerstuten und Stuten des Ostpreußischen Warmblutsnach Mecklenburg- Vorpommern gelangt.

Sie wurden als “Warmblut Trakehner Abstammung” bezeichnet. Bei der Umzüchtung vom Wirtschafts- zum Reitpferd ab Ende der fünfziger Jahre spielten sie eine große Rolle.
Im Institut für Tierzucht Dummerstorf erkannte man frühzeitig die Notwendigkeit der Umzüchtung zum Sportpferd und so begann man 1953 mit dem Aufbau einer Population des Warmblutpferdes Trakehner Abstammung. Dieses Institut wurde zum ersten Großbetrieb in der DDR, der Trakehner in Reinzucht weiterzüchtete.
Aus einem Bestand von 54 Hengsten, die vor 1945 geboren wurden und deren Abstammung bekannt war, wurden geeignete Beschäler ausgewählt (FLade 1988). Von ihnen erlangte der 1935 geborene Hengst “Albatros” von “Alaskafuchs” große Bedeutung. Sein Sohn “Albatsohn”, geboren 1955, wurde einer der bedeutendsten Vererber in der ostdeutschen Warmblutzucht. Der Stutenbestand pegelte sich auf 16 – 20 Stuten ein.
Der gesamte Bestand an Trakehnern ging 1965 an den Fohlenhof in Ganschow und wurde von dem 1969 daraus gebildeten selbständigen Volkseigenen Gestüt übernommen. Eine Aufgabe des Gestütes wurde so die Erhaltung einer reinrassigen Trakehnerzucht im Sinne einer Genreserve zur Veredlung des bodenständigen Warmbluts. Zu den 15 Stuten aus Dummerstorf gesellten sich weitere Stuten aus den VEG Gustävel und Groß Voigtshagen, sowie später aus dem Vollblutgestüt Graditz und dem Gestüt Neustadt/ Dosse (HENSCHLER 1987). 1969 standen 44 Trakehner Stuten und 30 Warmblutstuten in Ganschow. In dieser ersten Zuchtperiode waren die bedeutendsten Hengste “Altgesell” von “Altsilber” aus dem Landgestüt Georgenburg (Ostpreußen) und Almanach von Abendstern aus der berühmten Tempelhüterlinie (geb. 1953 Fallingbostel/ BRD).
Zur Blutauffrischung wurden später Trakehner Hengste aus der UdSSR und der VR Polen gekauft oder getauscht. So kamen folgende Hengste in Ganschow zum Einsatz:

“Tower” von “Flower” – “Erfinder”, geb. 1957 in Polen
“Labyrint” von “Belizar” – “Pyrrhus”, geb. 1962 in Polen
“Wespazian” von “Hunnenkönig” – “Sandort”, geb. 1959 in Polen
“Colombo” von “Aquino” – “Hunnenkönig”, geb. 1960 in Polen
“Eol” von “Ostrjak” – “Expromt”, geb. 1970 in der UdSSR

sowie der 1974 im Gestüt Kirow am Don geborene “Trafaret” von “Almanach” – “Topol ox”: Dieser Hengst wurde in Ganschow aufgezogen und steht heute noch der Mecklenburger Zucht zur Verfügung.
Ab 1969 wurde in Ganschow die Zucht des Edlen Warmbluts forciert. Das Gestüt übernahm die Aufgabe, Hengstanwärter für die Warmblutzucht aufzuziehen. Ab 1974 übernahm Ganschow die Lehrlingsausbildung für Facharbeiter für Pferdezucht und Leistungsprüfung.
1986 gab es in Ganschow bereits 60 Trakehner Stuten und 90 Warmblutstuten. Insgesamt umfaßte der Pferdebestand 600 Tiere. Nun deckten hier auch Hengste, die in der DDR gezüchtet wurden (Henschler 1988):

“Alarm” von “Neujahr” – “Klingsor”, geb. 1971
“Vers” von “Neujahr” – “Polarkreis”, geb. 1971
“Altan” von “Vers I” – “Ralf”, geb. 1977
“Fabulist” von “Ralf” – “Polarkreis”, geb. 1980:

Als 1966 das verbindliche Zuchtziel für Edle Warmblutpferde der DDR in der TGL 80 -21241 formulierte wurde, hieß es unter Blutführung: Hannoversche und Trakehner Blutgrundlage und nach Bedarf auch Englisches und Arabisches Vollblut (WITT 1984).
Daraus wird ersichtlich, daß bei der Züchtung eines vielseitigen Reitpferdes aus dem Wirtschaftspferdetyp, in großem Maße Trakehner Blut zur Veredlung eingesetzt werden sollte.
Bis 1969 wurden Hengste Trakehner Abstammung hauptsächlich für die Erhaltung und Festigung der Reinzuchtpopulation eingesetzt. Von 1965 bis 1968 betrug hr Anteil um die 11% zum Gesamthengstbestand. Als 1969 die Umgruppierung der Hengste zugunsten der Veredlerrassen vorgenommen wurde, wurden die Trakehner, die in der Landespferdezucht eingesetzt werden sollten, in das Deckstationenverzeichnis aufgenommen. Von diesem Jahr an nahm ihre Anzahl ständig zu und erreichte 1973 mit 45,2 % zum Gesamthengstbestand ihren höchsten Stand. WITT (1978) gibt folgende Gründe für den starken Einsatz von Trakehner Hengsten bei der Veredlung des bodenständigen Mecklenburger Warmbluts an:
Trakehner zeichnen sich durch eine harte Konstitution aus. Sie sind auf Grund der vererbten Anlagen und einer gesunden Aufzucht sehr widerstandsfähig, ausdauernd und anspruchslos gegenüber Umwelteinflüssen und hohen Leistungsanforderungen. Sie zeichnen sich durch eine gute Gleichgewichtshaltung im Gelände, hohe Gangsicherheit, Springfreudigkeit und gute Dressurfähigkeit aus. Die in der abgeschlossenen Reinzucht mit jedem Generationswechsel zunehmende Homozygotie und damit die Abnahme der genetischen Varianz sichern bei entsprechender Selektion die Erhaltung und Weiterentwicklung der für den Sport wichtigen Merkmale und Eigenschaften. Untersuchungen ergaben, daß Kreuzungstiere aus Trakehnern und Warmblütern in der ersten Generation in ihren Durchschnittsleistungen in Dressur und Springen den reingezogenen Warmblütern überlegen waren.
In den folgenden Jahren ging der Anteil der Trakehnerhengste zum Gesamthengstbestand deutlich zurück, um eine zu starke Veredlung zu vermeiden. Allerdings traten nun auch vermehrt die Kombinationsprodukte aus den Anpaarungen Warmblut mit Trakehner in Erscheinung.
1978 deckten insgesamt 15 Hengste Trakehner Abstammung im Territorium der PZD Nord (18,5% des Gesamthengstbestandes). Drei Hengste davon deckten im VEG Ganschow (“Trafaret”, “Alarm” und “Opal”) und 12 in der Landespferdezucht. Sie gehörten folgenden Linien an (WITT 1978):
Quelle

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