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ÖLPALME

Die Ölpalme (Elaeis guineensis) gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Palmenarten. Ursprünglich in Afrika beheimatet, wird sie inzwischen auch im tropischen Amerika und insbesondere in Südostasien kultiviert.
Die bis zu 30 Meter hohe Palme produziert Fruchtstände mit einem Gewicht von bis zu 50 Kilogramm.
Die Palme trägt 3000 bis 6000 Früchte.

Die Früchte sind schnell verderblich und müssen daher sofort nach der Ernte verarbeitet werden.
Dabei werden die Fruchtstände mit Wasserdampf behandelt, um ein fettspaltendes Enzym zu zerstören.
Anschließend werden die Früchte gequetscht und die Steinkerne abgetrennt.
Die harte Schale wird geknackt und die Samen werden getrocknet. Das durch einen hohen Carotingehalt orangefarbige Fruchtfleisch liefert das Palmöl, der Samen das Palmkernöl.

Die Ölpalme ist ursprünglich in den Regenwäldern von Westafrika beheimatet und wurde dort als Nutzpflanze genutzt. Über Ölpalmen wird in Europa erstmals 1443 von dem portugiesischen Seefahrer Gil Eanes berichtet.

Die Ölpalme wurde 1763 durch Nikolaus Joseph von Jacquin wissenschaftlich beschrieben und illustriert.
Über Sklaventransporte kam die Ölpalme wahrscheinlich nach Südamerika.
Nach Asien kam die Ölpalme Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst als Zierpflanze in Botanischen Gärten:
1848 kamen je zwei Palmen aus dem Botanischen Garten von Amsterdam und von Réunion nach Bogor (Indonesien).
Von hier gelangten Exemplare nach Singapur und von diesen beiden Orten später nach Deli auf Sumatra.
Nachdem eine industrielle Aufbereitung des Öls möglich war, wurden ab etwa 1900 Großplantagen angelegt: in Westafrika ab 1908, in Indonesien ab 1911 und in Malaysia ab 1919

Die Weltproduktion an Palmöl hat sich seit 1995 wegen der zunehmenden industriellen Nutzung sowohl in der Nahrungsmittelindustrie wie auch im Bereich der technischen Industrie und der Bioenergie mehr als verdoppelt, Malaysia und Indonesien beherrschen mit einer Jahresproduktion von jeweils mehr als 15 Millionen Tonnen den Markt von über 35 Millionen Tonnen pro Jahr.
Im Jahr 2007/08 produzierte Indonesien allein 17,1 Mio Tonnen und Malaysia 16,6 Mio Tonnen, die Gesamtproduktion lag bei 39 Mio Tonnen.
Dabei stieg die Weltjahresproduktion in den letzten Jahren um jährlich bis zu 15,4 %, allein Indonesien konnte seine Produktion seit März 2002 um 66 % steigern und im Wirtschaftsjahr Juni 2005 die bis dahin von Malaysia eingenommene Marktführerschaft überholen.
Damit besitzt Indonesien einen Weltmarktanteil von 44 % und Malaysia einen von 43 %, andere Produktionsländer wie Kolumbien, Nigeria und Thailand liegen mit jeweils etwa 800.000 Tonnen pro Jahr bei jeweils 2 %.
Für das Wirtschaftsjahr 2008/09 wird eine weltweite Produktion von 42,9 Millionen Tonnen erwartet, damit ist Palmöl vor Sojaöl (38,8 Millionen Tonnen) das mengenmäßig am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt.

Nach den letzten verfügbaren Daten der FAO von 2009 werden weltweit etwa ein Drittel der Palmölproduktion für Nahrungsmittel verwendet, ca. zwei Drittel für industrielle Zwecke (Reinigungsmittel, Kosmetik, Kerzen, Biodiesel)


Palmöl und Palmkernöl werden zu einem großen Teil im Bereich der Ernährung eingesetzt. Dabei wird Palmöl aufgrund seiner ausgezeichneten Hitze- und Oxidationsstabilität vor allem in Asien und Afrika als Speisefett zum Kochen, Braten und Frittieren eingesetzt. Außerdem wird es international für die Herstellung von Backwaren, Margarine und Süßwaren verwendet.
Palmkernöl findet ebenfalls zu einem großen Anteil Verwendung bei der Herstellung von Margarine, der es einen butterähnlichen Geschmack verleiht. Zudem wird es aufgrund seiner Schmelzeigenschaften für Kakaoglasuren, Eiskonfekt, Cremeüberzüge und schnell schmelzende Schokoladenfüllungen, Toffees und Karamell verwendet. Durch verschiedene Veränderungen kann Palmkernöl auch zu hochwertigen Spezialfetten für die Süßwarenindustrie umgewandelt werden.

Palmkernöl wird mit Kokosöl aufgrund der spezifischen Eigenschaften zu den Laurinölen zusammengefasst und wird für ein großes Spektrum von Anwendungen in der Oleochemie genutzt. Ebenso wie Palmöl werden diese Öle zur Gewinnung von Laurinsäure verwendet und als Grundstoff für verschiedene Tenside wie Natriumlaurylsulfat und Sorbitanmonolaureat eingesetzt. Weitere Produkte auf der Basis von Palm- und Palmkernöl finden Verwendung in unterschiedlichen Produkten der Kosmetik- und Reinigungsindustrie.

Ein vergleichsweise geringer Teil des Palmöls wird für die Herstellung von Biokraftstoffen, vor allem Biodiesel und das aufbereitete NEXBtL, ein hydriertes Pflanzenöl des finnischen Unternehmens Neste Oil, sowie als Brennstoff in Blockheizkraftwerken verwendet.

Auch in anderen Ländern wie Kolumbien, Ecuador oder Kamerun wurden Ölpalmplantagen auf Regenwaldflächen erstellt, allein in der ecuadorianischen Provinz Esmeraldas in den vergangenen Jahren 60.000 Hektar.
Beim Anlegen von Ölpalmplantagen werden oftmals die Landrechte ansässiger Kleinbauern und indigener Gemeinschaften verletzt.
Orang-Utans sind durch großflächige Palmölplantagen direkt bedroht und wurden zum Symbol der Gegner von Ölpalmenplantagen

Durch den massiven Einsatz von Pestiziden und Kunstdüngern auf den sehr nährstoffarmen tropischen Böden und in dem sehr regenreichen Klima werden das Grundwasser, Flüsse und indirekt die lokale Bevölkerung vergiftet. Zudem werden durch den enormen Wasserverbrauch der Plantagen die Trink- und Nutzwasserressourcen der Lokalbevölkerung stark beeinträchtigt.
Palmölplantagen sind (wie andere Monokulturen) ein Problem für den Erhalt der Artenvielfalt der strukturreichen Regenwälder. So bedrohen die ausgedehnten Ölpalm-Monokulturen Indonesiens den Lebensraum der Orang-Utans oder die Entwaldung in Papua-Neuguinea den Prinzenhabicht (Accipiter princeps).

Der Orang-Utan wird vor allem von Rettet den Regenwald als Symbol für die Kritik an der Palmölpolitik genutzt.

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