Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Schmuggler Bettler & Schleichwege

Im Aachener Wald befinden sich zahlreiche Boden- und Naturdenkmäler sowie weitere Merkmale und Hinweise, die Ausdruck der wechselvollen Geschichte der Stadt Aachen aber auch einzelner Begebenheiten sind, die sich dort abgespielt haben. Die ältesten Funde sind die Zyklopensteine in der Nähe von Köpfchen an der deutsch-belgischen Grenze, die geologisch Tertiärquarzite sind und sich vor mehreren Millionen Jahren gebildet haben.

Ein nicht so alter Fund sind die um 1900 von Josef Liese entdeckten Hügelgräber, von denen einige auf der Höhe des Klausbergs sowie etwas mehr als zwanzig auf den Höhenrücken nach Moresnet und ähnlich viele in Richtung zum Vaalserberg hin verteilt liegen.
Sie lassen sich auf die frühe bis mittlere Bronzezeit datieren und bestehen aus lose aufgeschichteten, unbehauenen Steinen, die einen darunter liegenden Sarkophag bedecken.

Aus der Zeit zwischen 1346 und 1611 stammt der Aachener Landgraben, welcher die Grenzbefestigung des Aachener Reiches bildete und im Stadtwald entlang der heutigen deutsch-belgischen Grenze über den Vaalserberg bis nach Vaals hinunter zwar stark verwittert aber dennoch mit seinen zahlreichen imposanten Kopfbuchen gut sichtbar erhalten ist.
An Wegekreuzungen wurde diese Grenze mit Adlersteinen bestückt, die ihren Namen von dem eingravierten Wappentier der Stadt Aachen haben und von denen in diesem Abschnitt noch annähernd 10 vorhanden sind.
Ebenso lassen sich aus jener Zeit noch circa sechs so genannte Burgundersteine finden, die den so genannten Königswald westlich des Moresneter Weges markieren und abtrennen, welcher dem Herzogtum Limburg zugeteilt wurde und zuvor der Freien Reichsstadt Aachen gehörte.
Vier von ihnen wurde das Andreaskreuz eingemeißelt, welches an den Apostel und Schutzpatron des Hauses Burgund erinnert und zwei zeigen das Signet der Habsburger Herrscher.

Als sich im 16. Jahrhundert auch im Raum Aachen und im benachbarten Herzogtum Limburg die Reformation ausbreitete und es den Reformierten größtenteils untersagt war, ihre neue Religion auszuüben, zogen viele von ihnen, besonders flämische und den Geusen (frz.: “Gueux” = Bettler) nahestehende oder zugehörende Personen,
bis ins 18. Jahrhundert aus…
.. sowohl aus dem Herzogtum Limburg
als auch aus Aachen selbst und aus Burtscheid
.. über Schleichwege durch den Aachener Wald ins benachbarte Vaals, wo sie nicht verfolgt wurden und ihre Kirchenrituale weiter durchführen konnten, da in der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande nach der Befreiung von der spanischen Herrschaft im Verlauf des achtzigjährigen Krieges die freie Religionsausübung erlaubt war.
Einer dieser Schleichwege auf deutscher Seite in der Nähe des Vaalserberges wurde daraufhin später auch Geusenweg benannt.

Geusen heute
Heute nennt sich eine bündische Wandervogelgruppe, die im Zugvogel Deutscher Fahrtenbund e.V. (gegründet 1954) organisiert ist, ebenfalls Geusen.
Der Orden lebt nach den traditionellen Werten und Traditionen des Ur-Wandervogel. Das Ordenshaus befindet sich in Dinslaken

Ähnlich der Wandervogelgruppe gibt es heute auch eine nach den Holländischen Freiheitskämpfern benannte Pfadfindergruppe im Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder.
Gegründet wurde diese Gruppe im Jahr 1984.
Der Stamm steht seit seiner Gründung unter anderem in der Tradition der CVJM-Arbeit.

Innerhalb des CVJM Stuttgart-Bad Cannstatt gab es 1963 bis 1970 eine bündisch orientierte Jungenschaftsgruppe ‘Die Geusen’, die sich nach den niederländischen Freiheitskämpfern benannt hatte (mehrere Großfahrten ins Ausland, zahllose kleinere Fahrten rund um Stuttgart).
Kameradschaftlicher Zusammenhang besteht unter diesen Geusen (weltweit) heute noch.
Gelegentliche Treffen in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Hortenlied: ‘Gleichwie die Möwe ruhlos hastet, von Land zu Meer, von Meer zu Land, und kaum im Flug …’.
War auch an der Schiller’schen Darstellung der Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung orientiert.

Foto: Von Derzno – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32509852

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