Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

„Pan-Eskimo-Bewegung“

Die Tunumiit (auch Ostgrönländer) sind mit 3.400 Menschen (2005) die zweitgrößte indigene Volksgruppe Grönlands.

Ihre Sprache Tunumiisut ist ein Idiom der grönländischen Sprache Kalaallisut.
Die Tunumiit kamen erst um das Jahr 1900 mit Europäern in Kontakt und konnten die traditionelle Kultur der Grönländer bislang am besten bewahren.

Heute wohnen sie in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit.
Aufgrund ihrer Vorgeschichte gleicht ihr Dialekt dem Idiom im kanadischen Nunavut.

Die eskimo-aleutischen Sprachen bilden eine kleine Sprachfamilie, deren Idiome von etwa 105.000 Menschen in Nordost-Sibirien, Alaska, Nord-Kanada und Grönland gesprochen werden.

Zu den Eskimo-Sprachen gehören das Inuktitut oder auch Eastern Eskimo, das im Norden Alaskas, in Kanada und Grönland verbreitet ist, sowie die Yupik-Sprachen im Westen Alaskas und in Sibirien.
Der aleutische Zweig besteht aus der Einzelsprache Aleutisch.
Das Eskimo und die Yupik-Sprachen bilden jeweils ein Dialektkontinuum.

Die heute oft verwendete Bezeichnung Inuit für alle Eskimovölker und Eskimosprachen ist falsch,
da hierbei die Yupik-Völker nicht berücksichtigt werden.

Außerdem ist die früher für abwertend gehaltene Bezeichnung – sie stammt aus den Algonkin-Sprachen – in Wirklichkeit neutral: sie bedeutet nicht – wie früher angenommen – Rohfisch-Esser sondern eher Schneeschuh-Knüpfer (Campbell 1997:394).

Der Moschusochse (Ovibos moschatus), auch als Bisamochse oder Schafsochse bezeichnet, ist ein Paarhufer aus der Unterfamilie der Antilopinae, innerhalb dieser gehört er in die Verwandtschaftsgruppe der Ziegenartigen (Caprini).
Die bis zu 1,50 m hohen männlichen und bis zu 1,30 m hohen weiblichen Tiere sind Bewohner der arktischen Tundren und heute ursprünglich nur noch in Grönland, Kanada und Alaska zu finden.
1974 wurde jedoch in Nordsibirien auf der Taimyr-Halbinsel eine Herde Moschusochsen aus Kanada und Alaska wieder erfolgreich angesiedelt, der Bestand wird heute auf 3000 bis 4000 Tiere geschätzt.
Kleinere Herden leben inzwischen auch in Norwegen und Schweden.

Auf Grönland wachsen annähernd 600 Arten höhere Pflanzen (Samenpflanzen). Außerdem kommen hier noch über 3.000 Arten von Moosen, Flechten, Pilzen und Algen vor.

Das Pflanzenwachstum ist allgemein sehr niedrig; es nimmt von Süden nach Norden ab, und nur in besonders geschützten Fjorden des äußersten Südens wachsen Bäume (Birken und Weiden).
Systematisch ist die Insel in vier verschiedene Biome aufgeteilt, die durch die hocharktische, niederarktische und subarktische Klimazone charakterisiert sind:
Die hocharktische Vegetationszone erstreckt sich von rund 70 Grad n. Br., also von einer nördlich von Ilulissat bis Ittoqqortoormiit verlaufenden Linie, nach Norden.
Hier kommen nur wenige Samenpflanzen vor, vor allem in den Küstenstreifen. Im Inland herrscht arktische Wüste.

Die niederschlagsarmen, überwiegend binnenländischen Gebiete zwischen Nuuk und Upernavik (insbesondere in der Region von Kangerlussuaq) sind versteppt und besitzen eine entsprechende Vegetation (trockene niederarktische Vegetationszone).

Südlich von rund 70 Grad n. Br., das heißt von der nördlich von Ilulissat bis Ittoqqortoormiit verlaufenden Linie, liegt eine niederarktische Vegetationszone mit regelmäßigen Niederschlägen.
Zu den hier am häufigsten vorkommenden Pflanzen zählen verschiedene Knöteriche, Weidenröschen und Wollgräser sowie flach wachsende Birken und Weiden.

Hinter dem Küstenstreifen im äußersten Süden liegt eine kleine Region, die durch häufige Niederschläge und eine besonders geschützte Lage gekennzeichnet ist.
Sie weist eine für nördliche Verhältnisse üppige Vegetation auf (subarktische Vegetationszone): hier gedeihen bis zu 6 Meter hohe Birkenwäldchen und bis zu 4 Meter hohe Weiden.
Auch andere Pflanzenarten, vor allem Farne, werden deutlich größer als in den arktischen Zonen.

Regelung von Landansprüchen und Eigentumsrechten

Ein wichtiges, die Weiterentwicklung der Inuit-Kultur prägendes Kapitel kanadischer Arktispolitik spiegelt sich in den Abkommen wider, mit denen Landansprüche der Inuit gegenüber dem kanadischen Staat geregelt werden.

In einem fünftausend Jahre umfassenden Zeitraum haben sich die eskimoischen Volksgruppen ethnisch immer mehr auseinanderentwickelt.
Die zunehmende Einbindung in ihnen fremde, von der Arktis Besitz ergreifende Staatengefüge führte nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch zur Erkenntnis, dass sie nur dann ihre kulturelle Identität aufrechterhalten könnten, wenn sie auf internationaler Ebene geeint aufträten.

So schlossen sich die eskimoischen Volksgruppen Kanadas mit ihren Verwandten in Alaska und Grönland
(nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auch mit den sibirischen Tschuktschen)
in einer „Pan-Eskimo-Bewegung“ zusammen.
Unterstützt wird diese Bewegung von der 1977 nach vierjähriger Vorlaufzeit gegründeten Inuit Circumpolar Conference, zu der ihr Vorkämpfer Eben Hopson (North Slope Borough, Alaska) mit seiner Vision eingeladen hatte, eine Einheit der Eskimo in einer selbständigen Nation zu konstituieren.

Während der 1980er und 1990er Jahre war durchaus ein nationalistischer Trend zu spüren, und es fehlte nicht am Wunschdenken, den Traum von zirkumpolarer Einheit zu verwirklichen. Doch in der Realität des alltäglichen Lebens setzte sich rationales, nicht zuletzt auch finanzpolitisches Denken durch.
Mit der fortschreitenden Erschließung der kanadischen Arktis und ihrer Bodenschätze kam es immer mehr zu Konflikten über Landbesitz und Eigentumsrechte zwischen Vertretern der Inuit und der Bundesregierung.

Land, das keinen Privateigentümer hat, gilt zwar als Staatsbesitz, doch erhoben die Inuit einen Besitzanspruch auf große Gebiete, die sie seit so vielen Jahrhunderten bewohnen und nutzen.

Die aufgrund einer 1984 getroffenen Vereinbarung über Landansprüche der Inuvialuit (der Inuit-Verwandten in der westlichen Arktis) zur Verfügung gestellten Mittel verbesserten die Situation der in dieser Region lebenden Ureinwohner, indem den 2.500 Inuvialuit 91.000 km² Land sowie eine finanzielle Entschädigung,
Mittel für die Verbesserung der Sozialstruktur, Jagdrechte und mehr Einflussnahme auf den Umgang mit der Tierwelt, auf Natur- und Umweltschutz zugesichert wurden.

Das 1993 mit der Tungavik Federation of Nunavut erzielte Abschlussabkommen ist das umfassendste,
das je in Kanada getroffen wurde.

Danach erhalten rund 17.500 Inuit 350.000 km² Land, finanzielle Entschädigung, Anteil an den Einnahmen, die durch die Erschließung der Bodenschätze erzielt werden, Jagdrechte sowie größeres Mitspracherecht bei Fragen zu Land und Umwelt


Auch im Norden der Provinz Québec wurden Landansprüche von Inuit-Gruppen erfolgreich geregelt.

Und auch mit der Vereinigung der Inuit von Labrador, die etwa 3.800 Inuit vertritt,
die im Landesinnern und an der Küste von Labrador (einem Teil der Provinz Newfoundland) leben,
laufen Verhandlungen.

Verwaltungsgliederung Grönlands seit 2018
→ Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Grönlands

Bis 2009 war Grönland in 18 Kommunen aufgeteilt; wenn nicht anders angegeben, lagen diese im Verwaltungsbezirk Kitaa:

Nanortalik
Qaqortoq
Narsaq
Ivittuut
Paamiut
Nuuk
Maniitsoq
Sisimiut
Kangaatsiaq
Aasiaat
Qasigiannguit
Ilulissat
Qeqertarsuaq
Uummannaq
Upernavik
Ammassalik (Bezirk Tunu)
Ittoqqortoormiit (Bezirk Tunu)
Qaanaaq (Bezirk Avanersuaq).

Seit dem 1. Januar 2009 wird Grönland in vier Kommunen eingeteilt, die wiederum in die alten Gemeinden,
nun Distrikte weiterunterteilt sind.

Die Kommunen sind:

Kommune Kujalleq (6.970 Einwohner)
Qaasuitsup Kommunia (17.168 Einwohner)
Qeqqata Kommunia (9.397 Einwohner) und
Kommuneqarfik Sermersooq (22.317 Einwohner)

Die Qaasuitsup Kommunia wurde am 1. Januar 2018 in die Avannaata Kommunia und die Kommune Qeqertalik aufgeteilt.

Außerdem gibt es noch die gemeindefreien Gebiete Nordost-Grönland-Nationalpark und die Thule Air Base (zusammen 132 Einwohner) (Stand 1. Januar 2015).

Titelfoto: Alpen-Schneehuhn, „Vogel des Territoriums Nunavut“
photo by Ansgar Walk

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