Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Cannabis-Business as usual

Ein Glück gibt es ein Sadhu in Berlin !!!
Sadhu van Hemp

Anno 2015 konsumierten laut Drogenbericht der Vereinten Nationen rund 183 Millionen Menschen weltweit Cannabis. In Deutschland dürfte nach neuesten Schätzungen jeder Dritte mindestens einmal in seinem Leben an einem Joint gezogen haben – Tendenz steigend. Immer mehr Menschen ignorieren das aus dem Jahr 1929 stammende Cannabisverbot in Deutschland, und auch der medizinische Nutzen der Hanfblüten feiert längst seine Renaissance.

Die Wiederentdeckung des Hanfes gleicht der Erfindung des Rades. Plötzlich ist das Undenkbare denkbar – vor allem für die Leute, die ihr Lebensglück in Zahlen bemessen und alles dafür tun, dass sich dieses Glück auch in ihrem Portemonnaie widerspiegelt.
Die Legalisierung von Cannabis verspricht goldgrüne Zeiten für den Kapitalmarkt und deren Protagonisten. Wie Pilze schießen neugegründete Cannabis-Unternehmen aus dem (legalen) Boden, und statt des Anti-Drogen-Krieges tobt nun ein Wirtschaftskrieg um das Heilige Kraut.
Ob in Kanada oder den USA, ob in Israel, den Niederlanden oder in Dänemark, überall auf der Welt grübeln die Ökonomen, wie sie das Beste aus der nicht mehr aufzuhaltenden Cannabis-Legalisierung herausholen können – und zwar für sich, nur für sich.

Das Prinzip ist immer dasselbe: Alle Bestrebungen zielen darauf ab, den Gesetzmäßigkeiten der sozialen Marktwirtschaft (sic) gerecht zur werden und das grüne Gold in die Taschen der Reichen fließen zu lassen.
Das heißt, die Großen fressen die Kleinen.
Hand in Hand mit den großen Kapitalgesellschaften dreht die Politik den großen „Coup“ so, dass nur die üblichen Verdächtigen profitieren – also die, die andere für sich arbeiten lassen und dafür Dividenden kassieren. Ungeachtet der Tatsache, dass der Hanf ein Allerweltskraut ist, das wie Schnittlauch und Petersilie in jedem Balkonkasten von alleine wächst, wird von der Politik alles versucht, das Recht auf legalen Hanfanbau so zu gestalten, dass Selbstversorger und kleinere gewerbliche Grower außen vor bleiben und weiterhin kriminalisiert werden.

In den USA beispielsweise werden die Anforderungen für eine Anbaulizenz an Auflagen geknüpft, die kaum ein Kleingärtner erfüllen kann, weil die Kosten dafür das Budget sprengen. Zudem fluten die großen Cannabiszüchter den legalen Markt regelrecht mit preiswertem industriell hergestelltem Marihuana. Kaum ein Kleingärtner, der schon jetzt an der Grenze zur Selbstausbeutung arbeitet, kommt gegen das Preisdumping der Cannabis-Aktiengesellschaften an und wird indirekt dazu gezwungen, am Fiskus vorbei weiterhin den Schwarzmarkt zu bedienen, um wirtschaftlich klarzukommen.

So schön die weltweit voranschreitende Hanflegalisierung auch ist, letztlich bringt sie nicht nur Segen über die Menschen, wenn nur die Monopolisten von legalem Indoor-Cannabis profitieren. Die rasante Aufteilung des Marktes unter den Großen schafft neue Ungerechtigkeiten – vor allem in Hinblick auf die Kultivierung der Hanfpflanze in den klassischen Anbauländern im Orient. Haschisch aus Nepal oder Kaschmir sind nicht erwünscht auf dem neuen legalen Cannabismarkt, und die Politik unternimmt in enger Absprache mit den Lobbyisten der begünstigten Kapitalgesellschaften alles, damit das auch so bleibt. Kurz gesagt, die Ärmsten der Ärmsten dürfen am Hanfboom nicht teilhaben und werden sich weiterhin von kriminellen Drogenkartellen ausbeuten lassen.

Der Hanf ist erst frei, wenn jeder Bürger frei entscheiden kann, ob er Hanfblüten aus industrieller oder eigener Herstellung genießen möchte. Erst wenn es flächendeckend in der westlichen Welt Fachgeschäfte gibt, die exklusive, legal importierte Haschischsorten aus den Ursprungsländern anbieten, kann von einem Frieden die Rede sein. In diesem Sinne es dringend vonnöten, dass die Hanffreunde wach bleiben und sich nicht mit einer staatlich kontrollierten Freigabe abspeisen lassen, die der Hanfpflanze und deren Nutzern nur neue Fesseln anlegt.
Quelle

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