Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Der regierende Schließmuskel

Der regierende Schließmuskel

Routen zuschließen. Geflüchtete einschließen. Österreich abschließen. Fremde ausschließen. Dazu braucht es einen starken Schließmuskel!

Jedenfalls ist das alles sehr vielversprechend. Nicht zuletzt, weil viele sich davon Alles versprechen lassen. Aber ach, wir sind in Österreich – und Konsequenz ist hier nicht mal bei den Schließern eine Schlüsselkompetenz. Dabei sollten es doch gerade die Musterschüler Metternichs, die derzeit das Steuerrad der Geschichte in Richtung „Volle Kraft zurück“ drehen, besser wissen.
Ob soviel Geschichtsvergessenheit müsste man Herrn Bundeskanzler Kurz eigentlich die Ohren langzie… geschenkt.
WAS hat Metternich gesagt? Sebastian? Na? „Der Balkan fängt am Rennweg an!“, hat er gesagt.

Rund 600 Jahre hat uns die Stadtmauer gute Dienste geleistet. Bis zu dem Moment, zu welchem die türkisblau schillernden Gouvernatoren nun zurückrudern wollen.
Denn danach kamen diese ganzen unpatriotischen Ideen auf: Demokratie, Fahrräder, Orgasmus für sie, Gemüseplatte, Drüberreden.

Als erstes brauchen wir in Wien also die alte Stadtmauer zurück. Retrofuturismus galore.
Tourismus ist das neue Stapelrecht (siehe: Stapelrecht). Es werden Fremde kommen. Sie tauschen Geld gegen Bröselteppich, Sacherschock und Fiakerg’suder. Fertig Babaa!
Jetzt! Der BVT sitzt am Rennweg. Fällt Ihnen etwas auf? Aussperren, zusperren und einsperren in einem Bauvorgang. Perfekt.
Überhaupt, das muss natürlich schon auch erwähnt werden. Man kennt das ja. Von in Käfigen gehaltenen Tieren, von Gefängnisinsassen und anderen extremdomestizierten Lebensformen: Freiheit ist ein Geschenk, das sich nicht jeder gern machen lässt, wie es im Film „Das finstere Tal“ so weise gesagt wird. Rechnet man das Tito-litäre Jugoslawien zum Ostblock, war Österreich seit 1945 ziemlich rundum eisern bevorhangt. Offenheit von Türen, Grenzen oder Menschen ruft da bei Käfighaltungs-Österreichern in erster Linie Angst hervor. Macht ein Zaun einmal außen umadum bitte.

Und die Bobos wären in ihren Bezirken vielleicht auch nicht unglücklich, wenn sie vom restlichen patriarchalischem Vulgär-Wien durch vertikale Gärten von 5 Metern Höhe getrennt werden könnten. Die Randale-Kroaten in Ottakring? Die Bewohner der Cottäääsch im 18? Zäune, Zäune, Zäune. Heimatsicherheit auf Grätzelebene und weiter geht’s. Niederösterreichpendler? Grün für Rot! Infrastrukturlösung fick dich, wir wollen die Mauer, den Zaun – elektrisch, wegen der Umwelt warats.
Jede Stadt, jeder Ort, jedes Dorf – verschrebergärtnern wir das Land, der Mentalität folgend, auch baulich.
Das subjektive Sicherheitsgefühl im Land wird Weltspitze sein. Von Urfahr bis Sölden 291 Grenzen. Das macht auch den gierigsten Sozialflüchtling fertig. Und ob die Favoritener Türken jetzt aus- oder eingesperrt werden, darüber sollen sich die Feingeister den Kopf von Kicklhofers Verkehrskreuzrittern zerbrechen lassen.

Nächster Vorteil ist die bis zur Unsteigerbarkeit verbesserte Beziehung zum strengen Ausland. Wenn Trump, Putin, Salvini, Orban und wie die Zaunkönige alle heißen, erfahren, dass Österreich für die innere Sicherheit rund 280.000 Kilometer Zaun baut, bitte, die weinen doch vor Neid und Glück und a Tröpferl in die Hose geht sich bestimmt auch noch aus. Basti-Statuen auf jedem Platz von Sopron bis Nebraska.
Ja und was das an Arbeitsplätzen schafft. Sie kennen die Höhenstrasse in Wien?
Die Geschichte der Entstehung der Höhenstraße ist ein Lehrstück über Populismus in Österreich.
Die Höhenstraße ist eine ebenso schöne wie sinnlose Straße im Westen Wiens. Sie führt auf und über Wiens höchste Erhebungen, den Kahlenberg, den Leopoldsberg und noch ein paar andere markante Landschaftspunkte, die nichts anders sind, als eben markante Punkte in der Landschaft. Genau das ist der Straße Sinn und Zweck. Rauffahren, runterschauen. Runterfahren, raufschauen.
Geplant als Prestigeprojekt des, heute würde man wohl sagen: populistischen Dollfuß-Regimes. Bitte überhaupt kein Vergleich zum gegenwärtigen Kanzler. Klein der eine, Kurz der andere. Da liegen Welten dazwischen.
Gebaut wurde die Straße erst nach Dollfuß’ Ermordung 1934. 15 Kilometer städtische Autobahn, um die schöne Aussicht zu genießen und einen Kaffee zu trinken. Warum nicht.
Allerdings war es eben auch so, dass die ersten Maßnahmen der damals neuen Machthaber wie beispielsweise Steuererleichterungen für die Oberschicht, Kürzungen im Wohnbauprogramm bei gleichzeitiger Erhöhung der Mieten in Gemeindebauten, die ohnehin prekäre wirtschaftliche Situation ratzfatz derart verschlimmbesserte, dass irgendwas getan werden musste, einfach, damit irgendwas zu tun war. Wenn die Armen Hunger zum Denken und Zeit zum Handeln haben, wird es meistens gefährlich. Zeit die Höhenstraße zu bauen? Wozu? Damit sie wer baut!
Gute Idee! Es hätte auch ein Loch nach China oder die größte Sandburg der Welt sein können. Hauptsache teuer und viel Arbeit für viele Menschen. Also nahm man haufenweise Arbeitslose, respektive Leute, die arbeitslos gewesen wären, hätte man sie nicht mittels Arbeitsdienst zum Straßenbau zwangsverpflichtet. Und damit richtig, richtig – richtig viele Arbeitsplätze geschaffen wurden, schränkte man auch die Benutzung von Maschinen auf ein maximales Minimum ein.
Jedenfalls standen die Arbeitslosen nicht mehr auf der Straße, sondern auf der Höhenstraße. Aber vom Bau derselben hatten sie soviel Ahnung wie die alten Austrofaschisten von Wirtschaft. Die Straße – sie verzeihen – bewegte sich quasi nicht vom Fleck.
Das sah politisch ein bissi blöd aus. Deshalb tauschte man nach einiger Zeit die Arbeitslosen gegen kompetente Firmen aus.
Deren Chefs verdienten an der „Sozialmaßnahme“ bestens. Mit Zäunen ist das einfacher. Da braucht man nur viele viele Pfosten und einen guten Draht. Einen zur Angst, einen zum Boulevard und einen Nirosta.
Als Verbeugung vor den Altvorderen vielleicht noch ein Zaunerl um die Höhenstraße. Und einen Vier-Sterne-Generalschlüssel für den regierenden Schließmuskel. Alle Probleme gelöst.

(c) Hannes Höttl

  • Fast 40 Jahre lang zählte Clemens Fürst Metternich (1773-1859) zu den mächtigsten Männern Europas. Er steht für die Restauration und den Erhalt des alten Systems der Fürstenherrschaft in den deutschen Staaten sowie für den Widerstand gegen den Liberalismus.

    Clemens Fürst Metternich stammte aus dem alten Adelsgeschlecht Metternich und wurde am 15. Mai 1773 in Koblenz geboren. 1792 hatte er am Feldzug nach Frankreich teilgenommen. Er war nicht nur Politiker, sondern auch Naturwissenschaftler und Mediziner.
    Meister der Diplomatie

    Metternich wurde 1809 mit 36 Jahren Außenminister von Österreich. Schon zu diesem Zeitpunkt konnte er bestens taktieren. Metternich war ein Mann der Diplomatie. Das zeigte sich auch während des Wiener Kongresses. Sein Ziel war die Neuordnung Europas und er wollte, dass keine Macht zu stark werden sollte. Deshalb behandelte er Frankreich milde.

    Seit 1813 stieg er zu einem der wichtigsten Staatsmänner in Europa auf und spielte vor allem auf dem Wiener Kongress eine wichtige Rolle. Gleichzeitig war er prägend für die Zeit nach dem Wiener Kongress.
    Er wollte das europäische Gleichgewicht wahren

    Nach der Niederlage Österreichs gegen Napoleon wurde er Außenminister. Er war sich sicher, dass Napoleon irgendwann scheitern würde. 1813 wurde er von Franz I. von Österreich zum Fürsten ernannt. Russland, Preußen, Österreich und Großbritannien erneuerten 1815 ihr Bündnis, um weitere Konflikte zu vermeiden. Metternich strebte ein “Konzert der Mächte” an, durch das nie wieder ein Herrscher wie Napoleon an die Macht kommen sollte. Das Gleichgewichtsdenken siegte.

    Innenpolitisch kämpfte Metternich gegen alle Bestrebungen der Liberalen, die bestehenden Verhältnisse zu ändern. Dies war auch der wichtigste Punkt seiner Idee, das man auch als “Metternichsches System” oder “System Metternich” bezeichnet. Konkret bedeutet dies, dass er seine Polizei dafür einsetzte, die Opposition zu bespitzeln und gegen sie vorzugehen. Dies tat er nicht nur in Österreich, sondern auch im restlichen Deutschen Bund.

    So war er auch an den 1819 erlassenen Karlsbader Beschlüssen, die die freiheitlichen Bestrebungen vieler Menschen eindämmen sollten, maßgeblich beteiligt. Auch bei der Wiener Ministerialkonferenz 1819, die die Wiener Schlussakte festlegte, hatte er wesentlichen Einfluss auf die Ergebnisse.

    Unbeliebt und gehasst

    Am Ende war Fürst Metternich einer der unbeliebtesten Männer Europas. 1848 stand er für alles, was den Liberalen und Demokraten verhasst war.
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