Wolfgang lässt schön grüßen

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TABAK-SORTEN

Fertiger Pfeifentabak besteht aus verschiedenen Rohtabaken, die eine große Bandbreite an Verarbeitungsschritten durchlaufen können. Durch unterschiedliche Kombinationen aus Rohtabaken und Verarbeitungsverfahren ergibt sich die große Vielfalt an erhältlichen Pfeifentabaken.

Virginia-Tabak war schon immer stark nachgefragt und stellt heute die am meisten verwendete Tabaksorte in Pfeifentabaken dar. Virginia-Tabak besitzt einen hohen natürlichen Zuckergehalt, sein Rauch einen aromatischen und leicht süßlichen Geschmack und Geruch.

Virginia-Tabak reift an der Pflanze. Wenn die etwa 20–50 cm großen Blätter eine gelbliche Färbung annehmen beginnt die Ernte, wobei hier oft schrittweise nur die reifen Blätter gepflückt werden.
Nach dem Pflücken werden die Blätter in Bündeln von 10 bis 12 Stück auf Stangen gehängt und es folgt die Trocknung des Tabaks.
Die meisten Virginia-Tabake werden mit Wärme getrocknet (sog. flue-curing).
Hierbei wird die Lufttemperatur langsam auf ca. 70 Grad gebracht, und das genaue Verhältnis von Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle.

Der seltenere Orient-Tabak ist eine Virginiatabaksorte.
Orient-Tabak ist über die Virginia-Eigenschaften hinaus besonders aromatisch. Dies liegt an der Wachsschicht, die dieser Tabak zum Schutz vor dem Austrocknen entwickelt. Orient-Tabak bildet viele kleine Blätter von ca. 5–10 cm Länge aus.
Bei der Ernte wird die ganze Pflanze in einem Schritt geerntet.
Die Blätter werden anschließend einzeln abgepflückt, gestreckt und zum Trocknen in die Sonne gehängt (sog. sun-curing). Anbauländer des Orient-Tabaks sind z. B. Griechenland oder die Türkei. Meist wird Orienttabak nur in sehr geringen Mengen als Würztabak in hochwertigen Tabakmischungen eingesetzt.

Latakia-Tabak ist ebenfalls eine Virginiatabaksorte. Hierbei wird sonnengetrockneter Virginia über offenem Feuer weiter getrocknet (sog. fire-curing) und absorbiert hierbei die Aromen von Feuer und Rauch. Der typisch rauchige Geschmack hängt auch von der für das Feuer verwendeten Holzsorte ab.
Latakia-Tabak kommt ursprünglich aus Syrien. Heute wird er in Syrien und Zypern angebaut.

Burley

Burley ist die zweitwichtigste Sorte Tabak, die für Pfeifentabak verwendet wird. Die Blätter dieses Tabaks werden ungefähr groß wie Virginia-Tabakblätter (ca. 20–50 cm), sind aber wesentlich dicker. Dieser Tabak enthält fast keinen Zucker und somit auch nicht die Süße eines Virginia-Tabaks, dafür kräftige Aromen, die an Kakao erinnern.
Burley-Tabak wird häufig als Träger von Aromatisierungen verwendet. Wenn der reife Tabak geerntet wird, sind die Blätter noch grün. Hier werden die Pflanzen, wie beim Orient-Tabak, ganz geerntet und erst anschließend werden die Blätter von der Pflanze gepflückt.
Die Blätter werden vor der Sonne geschützt in Schuppen aufgehängt, um zu trocknen.
Warmluft wird nicht verwendet, allerdings werden die Trocknungsbedingungen durch die Frischluftzufuhr reguliert (sog. air-curing).

Kentucky-Tabak ist ein speziell getrockneter Burley-Tabak.
Hier werden die Blätter nach dem Lufttrocknen noch rauchgetrocknet (sog. fire-curing).
Dabei wird im Trockenschuppen ein Holzfeuer gemacht und die Burley-Blätter absorbieren dessen Rauch. Dementsprechend besitzt der Kentucky-Tabak einen leicht rauchigen Geschmack und Geruch.
Ursprünglich kommt Kentucky-Tabak aus dem gleichnamigen US-Bundesstaat, wird heute aber auch in anderen Teilen der Erde angebaut.

Perique-Tabak ist roter Burley-Tabak aus Louisiana.
Er ist selten, brennt langsam, schmeckt streng und ist eher stark.
Perique-Tabak wird kürzer getrocknet als herkömmlicher Burley-Tabak.
Anschließend wird er in großen Holzfässern unter starkem Druck bis zu einem Jahr lang gepresst und zwischendrin regelmäßig aufgemischt.
Der aroma- und nikotinreiche Perique wird selten pur geraucht, sondern findet als Würztabak Verwendung in hochwertigen Tabakmischungen.

Cavendish-Tabak ist keine Tabaksorte im eigentlichen Sinn, sondern das Ergebnis eines speziellen Verarbeitungsverfahrens von Virginia– und Burley-Tabaken. Für den Cavendish-Prozess wird Zucker benötigt.
Da Burley-Tabak fast keinen Zucker enthält, muss dieser von außen zugegeben werden.
Anschließend werden dem Tabak entweder mittels Dampf Wärme und Feuchtigkeit zugeführt, oder der Tabak wird gleichzeitig gepresst und erwärmt. Beide Verfahren ergeben einen dunklen, milden und süßlichen Tabak.

Typen von Tabakmischungen
Länderbezeichnungen bei Tabaken betreffen hauptsächlich Machart eines Tabaks. Diese kann mit dem Herstellungsland übereinstimmen, muss aber nicht. So kann z. B. eine typisch „dänische“ Mischung in England produziert sein, oder ein in Dänemark ansässiger Tabakhersteller unter Lizenz typisch „englischen“ Tabak produzieren. Traditionell sind „amerikanische“ oder „dänische“ Tabake leicht bis stark aromatisiert.
Der auch vielen Nichtrauchern bekannte typische „Pfeifentabakgeruch“ stammt von den „dänischen“ Sorten.

Typisch „englische“ Tabake dagegen basieren meist auf einer nicht aromatisierten Mischung von Virginia-, orientalischem und Latakiatabak. Vor allem der letztgenannte gibt ihnen ihr rauchig-erdiges Aroma.
Sie kommen in ihrem würzigen Rauchgeruch starken Zigarren nahe. Neben diesen zwei Formaten ist in den 1990er Jahren ein Trend in Richtung sehr stark aromatisierter Tabake entstanden, die meistens mit künstlichen Fruchtaromen versetzt werden (z. B. Kirsche, Vanille) und bei denen das „Trägermaterial“ Tabak manchmal nur noch zu erahnen ist.

Ein Großteil der Pfeifentabake des europäischen Marktes, die unter Markennamen wie z. Bsp. Orlik, Stanwell und MacBaren vertrieben werden, wird heute in Dänemark oder in Außenstellen dänischer Firmen produziert und exportiert.
In England produziert Samuel Gawith & Company Ltd, eine der ältesten und traditionsreichsten Hersteller von Pfeifen- und Schnupftabak. Tabakfabriken in Deutschland sind z. B. Planta Berlin, Pöschl und Kohlhase & Kopp.

Stärke einer Tabakmischung
Die “Stärke” eines Pfeifentabaks setzt sich zusammen aus der Geschmacksintensität des Rauches und dem Nikotingehalt. Die Geschmacksintensität wird vom Raucher während des Rauchens mit den Geschmacksnerven des Mundes erschmeckt.
Der Nikotingehalt eines Tabaks spielt eine Rolle dabei, wie viel Nikotin im Laufe eines Rauchvorgangs von der Mundschleimhaut absorbiert werden kann.
Geschmacksintensität und Nikotingehalt eines Tabaks müssen nicht zwangsläufig miteinander einhergehen.
So kann z. B. ein dunkler, kräftig schmeckender Tabak dennoch vergleichsweise wenig Nikotin enthalten und umgekehrt. Der überwiegend milde und süßliche Cavendish-Tabak ist ein gutes Beispiel dafür, dass schwarzer Tabak nicht gleichbedeutend ist mit starkem Tabak.

Nutzung
Tabakblätter beim Trocknen

Als amerikanische Pflanzenart wurde der Tabak seit jeher von vielen Indianerstämmen verwendet, allerdings weniger als Genussmittel, sondern eher im Rahmen spiritueller Rituale (wobei dies nicht für die sogenannte Friedenspfeife der Prärie-Indianer galt, in der Süßgras und Salbei verbrannt wurden).
Er wurde gekaut, geschnupft, geraucht, gegessen, entsaftet, auf dem Körper verrieben, in Augentropfen und Körperpackungen verwendet.
Entweder wurde konzentrierter Tabaksaft von Schamanen als psychotrope (rauscherzeugende), sehr schnell wirkende Substanz verwendet, so etwa bei den Maya und den karibischen Stämmen;
oder der Tabakrauch wurde in großen Mengen in den Magen geschluckt, da die halluzinogenen Alkaloide auf diese Weise Visionen hervorrufen können, wie bei einigen Regenwaldethnien in Amazonien.

Stämme nutzten den Tabak zur Behandlung von:

Ohrenschmerzen
Schlangenbisse
Schnitte und Verbrennungen
Atemwegserkrankungen
Fieber
Nervöse Störungen
Blasenprobleme
Hauterkrankungen

Von der Existenz der Tabakpflanzen und deren Verwendung erfuhr die Alte Welt durch die Fahrten des Kolumbus nach Amerika.
Der französische Gesandte in Portugal Jean Nicot sorgte für die Einführung des Tabaks als Heilpflanze in Frankreich, nach ihm wurde später der Gattungsname der Tabakpflanze „Nicotiana“ und gleichzeitig der wichtigste Inhaltsstoff Nikotin benannt.
In Europa wurde der Tabak zunächst als Heilpflanze angebaut.
Tabakblätter legte man auf offene Wunden und bei Magenbeschwerden sollte der Kranke Tabaksaft trinken.
In einem Kräuterbuch aus dem Jahr 1656 ist über Tabak zu lesen: „Dieses Kraut reinigt Gaumen und Haupt, vertreibt die Schmerzen und Müdigkeit, stillt das Zahnweh, behütet den Menschen vor Pest, verjagt Läuse, heilet den Grind, Brand, alte Geschwüre, Schaden und Wunden“.

Um 1650 hat „Der Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm in seinen menschenleeren Gebieten als Folge des Dreißigjährigen Krieges Hugenotten angesiedelt, die den Tabakbau in seinem Land einführten.
Bereits 1666 betrieben eingewanderte Hugenotten in Mannheim Schnupf- und Kautabakgeschäfte.
Ab 1688 breitete sich der Tabakanbau von der Pfalz und ab 1700 von der badischen Ortsgründung Friedrichstal über das Gebiet der Hardt zwischen Karlsruhe und Mannheim sowie das nördliche Deutschland aus.

Die weltweite Rohtabakernte in 120 Staaten auf einer Anbaufläche von 4,1 Millionen Hektar betrug im Jahr 2000 rund 7,4 Millionen Tonnen. Der weltgrößte Tabakanbauer war mit 1,5 Millionen Hektar Anbaufläche und einem Produktionsanteil von 2,6 Millionen Tonnen China.
In den Statistiken der FAO wird die Tabakanbaufläche 1961 mit 3,4 und 2010 mit 4,0 Millionen Hektar angegeben. Dies bedeutet einen Zuwachs von 17 % bei einer Zunahme der Erdbevölkerung um 122 %.
Rein statistisch ist damit die Tabakanbaufläche die 1961 ca. 11 Quadratmeter pro Person betrug bis 2010 auf 5,8 Quadratmeter gesunken und hat sich dadurch im Verhältnis zur Erdbevölkerung halbiert.

Als Nutzpflanze für die Tabakproduktion haben derzeit (2013) nur zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung, die zahlreiche Varietäten bilden und aus denen viele Sorten gezüchtet wurden.

Die verbreitetste Art ist der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum), zu dem nahezu alle heute angebauten Sorten gehören.
Die Tabakernte wird nach entsprechender Verarbeitung weit überwiegend für Zigaretten genutzt.

In Deutschland waren bis Ende des 20. Jahrhunderts die Sorten „Friedrichstaler“, „Havanna“, „Geudertheimer“ und „Burley“ verbreitet. Dies sind dunkle Sorten, die für Zigarren und als Beimischung zu dunklen Zigaretten Verwendung fanden. Virginia ist eine aktuelle Sorte, die als Beimischung in helle Zigaretten-Marken verwendet wird. In Osteuropa wird außerdem noch Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) angebaut und zu Machorka verarbeitet.

Die getrockneten, kurierten und gerebelten Tabak-Blätter (Rauchkraut) können in Tabakspfeifen oder gedreht als Zigaretten, Zigarillos und Zigarren geraucht werden.
Das giftige Nikotin wird dabei zu großen Teilen verbrannt; nur ein geringer Anteil verdampft und wird inhaliert.

Weniger verbreitet ist der Konsum in Form von Smokeless Tobacco, Snus, Kautabak und Schnupftabak.
Der Konsum durch Inhalation, Schnupfen oder Kauen ist ebenfalls mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden, die von Herz-Kreislauf-Problemen über Durchblutungsstörungen und Impotenz bis hin zu verschiedensten Karzinomformen reichen können.
Mehrere dieser Risiken sind auch mit dem Passivrauchen und Rückstandsrauchen verbunden. Der Konsum von Tabakwaren erhöht signifikant das Risiko einer Nikotinabhängigkeit.

Wasserpfeifentabak besteht aus einer Mischung von Tabak und Feuchthaltemitteln (Glycerin und/oder Propylenglycol) und kann zudem auch aromatische Öle, Auszüge, Melassen oder Zucker enthalten oder mit Früchten aromatisiert sein.

Die frühere Verwendung von Tabakbrühe als Insektizid ist wegen der Gefahr von Nikotinrückständen in Nahrungsmitteln inzwischen verboten.

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