Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

WACH AUF

Der Wacholder (Juniperus communis)

Ehe ein Medizinmann jemand behandelt, reinigt er sich immer zuerst mit einer Räuchermischung aus Wacholder, Mariengras (Hierochloe odorata; sweet grass), Bitterwurzel (Lewisa rediviva) und einem getrockneten Pilz.

Jedes Mal, wenn der Heiler seine Energie neu aufladen will, hält er die Handflächen in den Rauch, hebt sie zur Sonne und drückt sie auf den Erdboden, ehe er sich wieder dem Patienten zuwendet. Ansonsten trinken die Cheyenne einen Tee aus den Zweigspitzen und Beeren oder legten sie auf die glühend heißen Steine der Schwitzhütte, wenn sie arg erkältet sind, an Fieber leiden oder mit einer Lungenentzündung zu tun haben. Bei Rheuma und Arthritis reiben sie eine Abkochung des Wachholders auf die schmerzenden Stellen. Frauen trinken einen Wacholdertee um die Geburt zu erleichtern.

Der Dämonenvertreiber

So wie bei den Indianern wird der Wacholder, überall wo er wächst, verehrt und genutzt. Die Schamanen Sibiriens, die Bön-Po Zauberer der Tibetaner oder die Trance-Tänzer der Hunza atmen den Rauch ein, wenn sie, auf der Schamanentrommel trommelnd, in die „andere“ Welt reisen, um krankheitsbringende Dämonen zu jagen. Die Esten glauben, mit einem Wachholderknüppel kann man den Teufel in die Flucht schlagen, denn – so sagen sie – das Kreuz, an dem Christus hing, sei aus Wacholderholz gefertigt worden. „Vor dem Holunder soll man den Hut abziehen; vor dem Reckholder das Knie biegen.“Aus diesem Spruch, der noch im vorigen Jahrhundert in den Alpenregionen aktuell war, geht hervor, dass der Juniperus auch in unserem Kulturkreis heilig war. Schon in vorchristlichen Zeiten galt er als reinigend und dämonenvertreibend.

Wolf-Dieter Storl

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