Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

JVA TEGEL

Holldrio

Die Wahl fiel auf den BestMan.
mit ihm erörterte ich die Sachlage..
mit wem könnt ich sonst unter vierzehn Äuglein offen-herzig quasseln
und
wenn der Volkstrottel sich dann ein von mir ausgewähltes Kleidchen anzieht
und
es ihm gefällt
spazieren zu gehen
in diesem entrückten Teil
fragten wir uns
beide
wohin
und so fing das ganze an
ich beichtete das ich schlechte Laune fröne…

Die Justizvollzugsanstalt Tegel im gleichnamigen Ortsteil des Berliner Bezirks Reinickendorf ist die größte geschlossene und zugleich eine der ältesten Justizvollzugsanstalten Deutschlands. Seit 1898 sitzen dort verurteilte männliche erwachsene Strafgefangene ihre Freiheitsstrafen ab.

Die JVA Tegel ist eine Anstalt des geschlossenen Vollzuges. Sie gliedert sich in sechs Teilanstalten. Das Gelände der JVA umfasst 131.805 m², die Außenmauer ist 1465 m lang und mit 13 Wachtürmen bestückt.[2]

Im Januar 2017 verfügte die JVA Tegel über 938 Haftplätze und 670 Bedienstete. Die Belegung lag im Jahr 2016 durchschnittlich bei 822 Inhaftierten, davon waren etwa 35 % Ausländer. Vertreten sind sämtliche Strafdauern, von Kurzstrafen bis zu lebenslangen Freiheitsstrafen und Sicherungsverwahrung.[2]

Die JVA Tegel ist die Justizvollzugsanstalt mit den meisten Strafgefangenen im geschlossenen Vollzug in Deutschland; nur die JVA Bielefeld-Senne mit ihren rund 1740 Haftplätzen im offenen Vollzug ist noch größer.

Geschichte

Baubeginn der Anstalt war der 26. Juli 1896, die erste Belegung mit Insassen erfolgte am 1. Oktober 1898. Damals trug die Anstalt den Namen Königliches Strafgefängnis Tegel.

Im Jahr 1902 erfolgte die endgültige Fertigstellung aller Bauten innerhalb der Umwehrungsmauer, 1906 auch die der Bauten außerhalb. 1916 wurde das Verwahrhaus I zum Militärgefängnis, das Aufsichtspersonal in diesem Trakt wurde vom Militär gestellt.

1918 erfolgte die Umbenennung der Anstalt in Strafgefängnis Tegel, 1931 wurde auch das Verwahrhaus III zum Militärgefängnis umfunktioniert.

Am 21. April 1945 wurde die Anstalt aufgelöst, alle Inhaftierten wurden entlassen. Die französische Besatzungsmacht übernahm die Anstalt im Juli 1945 und gab sie im Oktober an die deutsche Verwaltung zurück, die sie umgehend wieder in Betrieb nahm. 1955 erfolgte die Umbenennung in Strafanstalt Tegel, 1957 wurden fünf Wachtürme auf der ringförmigen Umfassungsmauer gebaut.

Am 1. April 1977 wurde der Name in Justizvollzugsanstalt Tegel geändert.

1979 erfolgte der Baubeginn für die 1982 fertiggestellte Teilanstalt V, 1984 wurde mit der Teilanstalt VI begonnen, die 1988 fertiggestellt wurde.

Im Herbst 2012 wurde die Teilanstalt I bis auf die Drogenabschirmstation aufgrund der nicht verfassungskonformen Gefangenenunterbringung leergeräumt. Im Juli 2015 wurde der vollständigen Leerzug sowie der Abriss der Teilanstalt I beschlossen; der Abriss soll bis Ende 2017[veraltet] abgeschlossen werden.[3]

Friedrich Wilhelm Voigt, besser bekannt als Hauptmann von Köpenick, war nach der Verurteilung wegen seiner Köpenickiade knapp zwei Jahre in Tegel inhaftiert. Nach der Begnadigung durch Kaiser Wilhelm II. konnte er am 16. August 1908 das Strafgefängnis verlassen.

Vom 10. Mai bis zum 22. Dezember 1932 war der Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky wegen Landesverrats inhaftiert.

Der 1996 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochene Priester Bernhard Lichtenberg war vom 29. Mai 1942 bis zum 23. Oktober 1943 wegen seiner öffentlichen Fürbittgebete für Juden und „nichtarische“ Christen in Tegel in Haft.

Bewegende Briefe, zumeist aus Tegel, schrieb der Theologe Dietrich Bonhoeffer. Er war 1943 als Gegner der Nationalsozialisten im damaligen Militärgefängnis inhaftiert worden. Die Briefe und Aufzeichnungen wurden mit dem Buch “Widerstand und Ergebung” im Gütersloher Verlagshaus veröffentlicht.

Das spätere RAF-Mitglied Andreas Baader war von seiner Festnahme am 4. April bis zu seiner Befreiung am 14. Mai 1970 in der Strafanstalt Tegel inhaftiert. Er verbüßte dort eine dreijährige Freiheitsstrafe wegen der Kaufhaus-Brandstiftungen am 2. April 1968.

1999 trat der Ex-Kommunarde Dieter Kunzelmann seine zehnmonatige Haftstrafe in Tegel an, indem er medienwirksam inszeniert an die Eingangstür klopfte. Das Foto im Spiegel trägt die Bildunterschrift „Ich will hier rein“.[4] Zuvor war er abgetaucht und ließ sich per Todesanzeige für tot erklären. Danach meldete er sich mit einem Buch zurück und feierte am Abend vor dem Haftantritt ein großes Fest im alternativen Kulturzentrum Mehringhof.[5][6]

Der Ex-Rapper Denis Mamadou Cuspert, unter dem Namen Deso Dogg als Rapper tätig, war ebenfalls einige Zeit in der JVA Tegel inhaftiert.

Der Serienmörder Thomas Rung war um 2000 in der JVA Tegel inhaftiert und beging dort weitere Straftaten, so dass sich die JVA schließlich weigerte, ihn erneut aufzunehmen.

Carl von Ossietzky (Mitte) vor seinem Haftantritt

Auch der Sänger der Rechtsrock-Bands Landser und Die Lunikoff Verschwörung, Michael Regener, saß dort seine Reststrafe ab. Am 21. Oktober 2006 gab es für ihn eine von der NPD angemeldete Konzert-Solidaritätskundgebung vor der Justizvollzugsanstalt.[7][8]

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