Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

MISS WIRTSCHAFT

„Wach auf aus dem Traum des Zuviel-Tuns. Übernimm die Verantwortung für dein aus dem Ruder laufendes Leben. Untersuche genau die kulturelle Trance des Übertreibens, lege es offen und stimme dich stattdessen auf deine eigenen Energien ein. Folge einer einfacheren und natürlicheren Lebensweise, die eigentlich eine produktivere Lebensweise ist.“

 

6.  Unklare Beziehungen / unklare Grenzen

Weil sich im 21. Jahrhundert die gesamte Bandbreite der sozialen Normen in Bezug auf alle Arten von intimen Beziehungen im Wandel befindet, ist #6 eine ziemlich bedeutende Sache. Natürlich ist es normal, wenn man gerade erst jemanden kennen gelernt hat, dass die Art der Beziehung noch unbestimmt ist. Jedoch lange in einem Schwebezustand herumzuhängen, in dem man nicht sicher ist, was die andere Person will, braucht oder fühlt, aber man die ganze Zeit hofft, dass sie dazu kommen wird, die Beziehung in der Weise zu sehen wie man es selbst tut, ist ein mächtiger Prāṇa-Abfluss. Umgekehrt ist es auch ein Energieleck, wenn man sich selbst im klaren ist, wo man sich befindet, aber die andere Person in der Schwebe lässt, indem man sich nicht zu einer klaren Form der Beziehung mit klaren Vereinbarungen oder Grenzen verpflichtet (weil das Ausnutzen anderer Menschen die Shakti dezimiert).

Offensichtlich liegt die Lösung in der Kommunikation, aber nur wenige von uns wissen, wie wir unsere Gefühle und Bedürfnisse kommunizieren können, ohne in der Form einer Erzählung darüber zu landen, was die andere Person falsch macht (oder was man selbst falsch macht). Was nicht weiter hilft. Der kontinuierliche klärende Dialog darüber, was man will und womit man einverstanden ist, und was der geliebte Partner will und womit er/sie einverstanden ist (ohne in Pingeligkeit, Pseudopsychoanalyse oder Fingerzeigen überzugehen), ist entscheidend, um ein solides Fundament für eine Beziehung zu schaffen, ohne dass ein Energieverlust geschieht.  

Manchmal aber ist Kommunikation nicht die Lösung; manchmal hält man sich aus Anhänglichkeit, Anhaftung oder Angst in einer Beziehung, die über ihr „Verfallsdatum“ hinaus gelangt ist. Das ist dann ein riesiges Energieleck. Die Lösung ist, loszulassen und wegzugehen. Wenn du Unterstützung dafür brauchst, schau dir das Buch Conscious Uncoupling (‚Bewusstes Auseinandergehen‘, deutsch:  ISBN-10: 3778792679) an.

7.  Unbewusstes Sprechen / übertreibende Sprache / Klatsch und Tratsch

Dies ist ein weiteres sehr häufiges Energieleck in unserer Gesellschaft,  und es ist schwer zu verschliessen, weil der soziale Druck enorm ist, sich an die Art und Weise anzupassen, wie andere um uns herum die Sprache benutzen. Dennoch ist übermässiges Sprechen ein derartiger Energieverlust, dass dies gemäss der Āyurveda-Lehre zu verschiedenen Formen von Krankheiten führen kann (hauptsächlich durch Verschlimmerung von Vāta Dosha). Hast du jemals bemerkt, dass Meister des Yoga und der Meditation weniger sprechen und vorsichtig sind im Sprechen? Swāmī Muktānanda sagte einmal:

„Die Kraft deiner Worte steigt in direktem Verhältnis zu dem Schweigen, das du bewahrst.“

Im Idealfall stellen wir uns, bevor wir mit einem Gesprächsthema beginnen, vier Fragen, die sogenannten Vier Tore des Sprechens:
1) Ist die Sache wahr, die ich sagen möchte?
2) Ist es notwendig oder hilfreich, es auszusprechen?
3) Finde ich einen liebevollen Weg, es zu sagen?
4) Ist es der richtige Zeitpunkt, um es zu sagen?
(Es hilft, sich an die vier Schlüsselbegriffe zu erinnern: wahr, notwendig, freundlich, zur richtigen Zeit). Für weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema siehe die beiden Kapitel „Disziplin im Sprechen“ im Buch Yoga der Disziplin (deutsch: ISBN-10: 3930711230)

Misswirtschaft oder Fehlsteuerung der sexuellen Energie

Wichtige Mahnung: Wenn es dir gelingt, Energielecks zu stopfen, aber du nicht gelernt hast, deine Selbstbilder aufzulösen und du dir der in den Lehren der Sechs Reiche (#13 oben) beschriebenen Fallstricke nicht bewusst geworden bist, dann kann die stark erhöhte Energie und Kraft, die dir dann zur Verfügung steht, latente schädliche Tendenzen und Tugenden verstärken. Wie Dharmabodhi es treffend ausdrückte:

„Ohne das Kernmuster dessen aufgelöst zu haben, wie man sich selbst sieht und „kennt“ (die Geschichte, wie wir uns selbst kennen/unser Konzept) und wie man sich verhält, wird die durch Shakti sādhanā [spirituelle Praxis zur Erlangung der weiblich göttlichen Energie] freigesetzte Kraft die bereits existierenden (egoistischen) Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster aufblasen und dem Praktizierenden oft Schaden zufügen, indem sie ihn mit Hindernissen oder Fähigkeiten/Erfolgen/Kräften ablenkt“.

Entweichen von spiritueller Energie

In der Yogatradition finden wir eine faszinierende Metapher:
Es heisst, dass die Milch einer Löwin so stark ist, dass kein Behälter sie halten kann, ausser reinem Gold. Und wenn das goldene Gefäss Unreinheiten aufweist, frisst sich die Milch wie Säure durch diese Stellen des Gefässes und läuft aus.
Auf die gleiche Weise fliesst die spirituelle Energie (Shakti, die durch die yogische/spirituelle Praxis erzeugt wird, einfach wieder ab, wenn der Praktizierende zu viele Energielecks hat.

Titelbild: Cover von Kraan – Text: Transformation

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