Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

„Schreibmaschine und Klavier“

Parodien mit Wolfgang Neuss, Klaus Becker und Jo Herbst

Vorgestellt von Peter Lange

Der Kabarettist Wolfgang Neuss, aufgenommen im August 1988 in Berlin. (AP)

Der Kabarettist Wolfgang Neuss, aufgenommen im August 1988 in Berlin. (AP)

Es begann immer mit Klavier und Schreibmaschine, gespielt und gehämmert – dabei konnte keiner von ihnen Klavier spielen. Jeden Mittwoch und Sonnabend, in den Jahren 1951 und 1952, traf sich Wolfgang Neuss erst mit Jo Herbst, später mit Klaus Becker, und parodierte die Tagesaktualitäten: frisch, frech, hemmungslos und frei von der Leber weg, streng antifaschistisch-antikommunistisch.

„Der kalte Krieg begann“, erinnert sich Wolfgang Neuss im Gespräch mit dem Schriftsteller Gaston Salvatore. „Die Leute von drüben kamen – es gab noch keine Mauer – in die Westsektoren und wurden so aufgenommen, als ob es schon eine Mauer gegeben hätte.“ Das war die Atmosphäre, in der die Männer – allesamt Kabarettisten und Schauspieler – ihre Pointen setzten, überraschend, aber treffsicher. So brachten sie den Mord an einem Schrebergärtner in Spandau in Verbindung mit einer Aktion des damaligen Kreuzberger Bürgermeisters, der gerade schwarze Nelken zum Geburtstag erhalten hatte.

Themenwiederholungen gab es nicht, ein aktueller Bezug war Gesetz, jeder Witz musste eine Programmatik haben – so wurde diese improvisierte Kabaretteinlage zur beliebten Rubrik des Zeitfunks.

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