Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Die Tonkünstler Schlesiens. Breslau 1830

Johann Theodor Mosewius auch Johann Theodor Mosevius (Geburtsname „Moses“) (* 25. September1788 in Königsberg; † 15. September1858 in Schaffhausen, Schweiz) war ein deutscherOpernsänger (Bass), Chorleiter und Musikdirektor der Universität Breslau.

Nach einem Jurastudium ließ er sich als Opernsänger (Bass) ausbilden, und wirkte als solcher am Theater in Königsberg, zur Zeit der Direktion von August von Kotzebue (1814–1816), danach wechselte er nach Breslau, wo er bis zu seinem Zerwürfnis mit dem Theaterpächter Gottlob Benedict Bierey und dem Tod seiner Frau als Sänger und Schauspieler auftrat.

Nach dem Vorbild Carl Friedrich Zelters und dessen Sing-Akademie zu Berlin gründete Mosewius ein solches Institut 1825 auch in Breslau mit zunächst 26 Mitgliedern, bereits ein halbes Jahr später führte der Chor unter seiner Leitung Händels Oratorium Samson auf.

Ein Jahr nach Mendelssohns Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion in Berlin studierte Mosewius sie in Breslau 1830 mit überwältigendem Erfolg ein. Als Dirigent und Forscher nahm er sich der Popularisierung Bachs an, und Breslau wurde zu einem der wichtigsten Zentren der Bachpflege bis 1945.

Nach Gründung der Singakademie, die teilweise zugleich neben der Breslauer Liedertafel bestand, wurde er Gesangslehrer bzw. Universitätsmusikdirektor (1827/1832), Leiter des Akademischen Instituts für Kirchenmusik (1831), und Gründer des Musikalischen Cirkels für die Aufführung geistlicher Musik (1834). Das Institut führte sowohl italienische Oratorien als auch solche von Mendelssohn, Carl Loewe, Louis Spohr, Adolf Bernhard Marx und anderen auf. In Breslau schloss er sich der Freimaurerloge „Friedrich zum goldenen Zepter“ an.

Mosewius führte kurz nach seinem Abschied vom Breslauer Theater am 16. Dezember 1825 erstmals Teile des Franz Schubertschen Liederzyklus’ Die schöne Müllerin im Rahmen einer musikalischen Abend-Unterhaltung in der Breslauer großen Provinzial-Ressource auf[1].

Mosewius erlangte internationale Anerkennung durch seine Aktivitäten und Schriften, bereits in seiner Theaterzeit hatte er stets engen Kontakt zu einflussreichen Journalisten (in Breslau etwa Karl Schall) gesucht.

Verheiratet war Mosewius seit 1810 mit der Sängerin Sophie Wilhelmine, geb. Müller (1792–1825), die 1805 in Berlin debütiert hatte und anschließend eine Anstellung in Königsberg erhielt, sich 1810–1812 in Berlin aufhielt und seit 1816 in Breslau engagiert war.

Sein Spitzname als auswärtiges Mitglied in der Wiener Künstlergesellschaft Ludlamshöhle lautet „Sebastiano da Solfeggio“.

Schriften

  • Michael Heinemann (Hrsg.): Johann Theodor Mosewius: Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, musikalisch aesthetisch dargestellt, (beigebunden: Johann Sebastian Bach in seinen Kirchen-Cantaten und Choralgesängen), Reprint der Ausgaben 1845/52, Hildesheim 2001.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: