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üben, üben, üben

KAU GUMMI

Aus archäologischen Funden ist bekannt, dass in der Steinzeit bestimmte Baumharze gekaut wurden. In Nordeuropa wurde Teer mit Zahnabdrücken von vor 9000 bis 4000 Jahren gefunden, bei denen die Zahnabdrücke von 6- bis 15-Jährigen stammten.[3] In Finnland wurde ein 5.000 Jahre altes Stück Birkenharz entdeckt, auf dem Zahnabdrücke erhalten sind.[4]

In Südschweden fanden Archäologen bei der Ausgrabung einer 9.000 Jahre alten Siedlung den angeblich ältesten Kaugummi aus Birkenpech.

Dieses übel schmeckende Material wurde vermutlich nur gekaut, um es weich zu machen. Ähnliche Funde sind aus Süddeutschland (ca. 6000 Jahre alt)[5] und der Schweiz belegt.

Der Papyrus Ebers berichtet, dass im Ägypten der Pharaonenzeit vor allem Frauen eine zu Kügelchen geformte Mischung aus Myrrhe, Weihrauch, Melone (zum Süßen) und anderen Zutaten kauten.[6]

Die Griechen verwendeten das Harz des Mastixbaumes,[3] das auch im osmanischen Reich beliebt war und als Lokum verwendet wird.

Indianer Nordamerikas kauten Harz von Fichten.[3] Als Spanier im 16. Jahrhundert auf die zentralamerikanischen Ureinwohner trafen, hatte das Kauen von tzicli oder chictli bei den Mayas und Azteken Tradition.

Chicle, die spanische Variante des Nahuatl-Wortes, wird aus dem Latexsaft des Sapotill- oder Breiapfelbaumes (Manilkara zapota) gewonnen, den die Indios außerdem wegen seiner süßen Früchte (Sapotille) schätzen.

Der erste Kaugummifabrikant war der US-Amerikaner John B. Curtis. Er verwendete ein indianisches Rezept mit Fichtenharz als Grundstoff und Bienenwachs. 1848 begann er mit der Produktion seines Kaugummis.

Der Durchbruch gelang dem New Yorker Fotografen und Erfinder Thomas Adams. Der kaufte 1857 Chicle von dem mexikanischen Ex-General Antonio López de Santa Anna. Adams versuchte aus dem Grundstoff einen Ersatz für Kautschuk herzustellen. 1859 kam er auf die Idee den gummiartigen Stoff als Alternative zu den damals beliebten Kaugummis aus Paraffinwachs auf den Markt zu bringen.[7] Im Jahr 1869 wurde das erste Patent zur Herstellung von Kaugummi erteilt.[3]

Die ersten Chicle-Kugeln von Adams waren geschmacklos, Zucker wurde erst später zugegeben, kosteten einen Penny und wurden in einem Drugstore in Hoboken, New Jersey, verkauft. Anschließend dehnte die Familie Adams den Verkauf auf die ganze Ostküste aus. Der Kaugummi wurde in Streifen mit Einkerbungen verkauft, die es den Händlern ermöglichten Stücke zu einem Penny abzutrennen.

Der erste, der Chicle mit einem Aromastoff anreicherte, war 1875 John Colgan aus Louisville, Kentucky. Er verwendete den medizinischen Tolubalsam, ein Balsam des südamerikanischen Balsambaums (Myroxylon balsamum var. balsamum), der gegen Husten wirkte. Der Kaugummi hieß Taffy-Tolu.

Thomas Adams brachte später einen Kaugummi auf den Markt, welcher mit dem Harz des Sassafras aromatisiert wurde, dann einen mit Lakritze, den er Black Jack nannte und der sich fast hundert Jahre lang auf dem Markt hielt.

Ein Hersteller aus Cleveland, Ohio, brachte 1880 zum ersten Mal einen Kaugummi mit Pfefferminzgeschmack heraus.

William Wrigley Jr. trat 1890 auf den Plan. Ihm gelang es, zum erfolgreichsten Kaugummifabrikanten der Welt zu werden. Seine ersten beiden Produkte, Seife und Backpulver, gerieten in Vergessenheit, doch 1893 stellte er Wrigley’s Juicy Fruit her, das zur beliebtesten Sorte Amerikas wurde. Im selben Jahr folgte Wrigley’s Spearmint.[8]

1928 experimentierte Walter E. Diemer bei der Fleer Chewing Gum Company in Philadelphia mit Kaugummirezepturen, wobei er – seiner eigenen Aussage nach eher zufällig – eine elastischere Kaumasse komponierte, die die Bildung von Kaugummiblasen ermöglicht und unter dem Namen „Dubble Bubble“ verkauft wurde. Importiert und vertrieben wurde Dubble Bubble von der Firma Süport in Viernheim.[9]

Die nach dem Zweiten Weltkrieg in West-Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten trugen dort zur allgemeinen Popularität von Kaugummi bei.

In Singapur war der Verkauf von Kaugummi von 1992 bis Mai 2004 verboten. Grund dafür war, dass Jugendliche mit Kaugummi die Türsensoren der MRT-Züge blockierten, was Störungen im Betriebsablauf des Metro-Systems zur Folge hatte. Die private Einfuhr zum Eigenkonsum war davon allerdings nicht betroffen. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi mit Einschränkungen gestattet.

2017 kauten 8,1 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren täglich Kaugummi, 21,5 Prozent öfter als einmal in der Woche und 45,5 Prozent nie.[10] Der Kaugummi-Umsatz in Deutschland fiel von knapp 600 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 560 Millionen Euro im Jahr 2017.[11]

Quelle: Wikipedia

“Weise ist nicht,
wer viele Erfahrungen macht,
sondern wer aus wenigen lernt,

 viele gar nicht machen zu müssen”.
 ~Zitat von Karlheinz Deschner~

Es gilt als belegt, dass Kaugummikauen die Aufmerksamkeit positiv beeinflusst.[12] Die anregende Wirkung des Kaugummis kommt nicht nur von den Inhaltsstoffen (zum Beispiel Grüne Minze), sondern auch durch die Arbeit der Kaumuskulatur, die die Blutversorgung des Kopfes und damit die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessert.[13][14] Zusätzlich wird das Gehirn durch die Reizung des dicht mit Nerven durchzogenen Mundraums angeregt; es hat zum einen anregende und zum anderen entspannende Funktionen. Es gibt Hinweise darauf, dass Kauen die Bewältigung von Stress unterstützt.[15]

Die zahnschädigende Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe normaler Kaugummis, vor allem Zucker, wird teilweise durch die zahnreinigende Wirkung kompensiert. Es gibt auch zuckerfreie Kaugummis sowie spezielle Zahnpflegekaugummis, darunter solche, die Granulate enthalten, die die Zähne zusätzlich säubern sollen.

Beim Kaugummikauen wird zusätzlicher Speichel produziert, der bei Reflux die Schleimhaut der Speiseröhre schützt, indem er die Magensäure verdünnt.[16]

Zu den unerwünschten Nebenwirkungen zählt zum Beispiel, dass das übermäßige Kauen des Kaugummis (d. h. in großen Mengen) zu Blähungen führen kann.[17][18]

Kaugummi verklebt entgegen einer landläufigen Meinung beim Verschlucken nicht den Magen. Im Magen oder spätestens im Dünndarm werden alle verdaulichen Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Zucker, herausgelöst und aufgenommen. Die unverdauliche restliche Masse wird ausgeschieden.[19] Lediglich bei Menschen mit Störungen der Magen- oder Darmbeweglichkeit können verschluckte Kaugummis zusammenballen.[20]

Birkenpech ist ein Pech und damit ein schwarzer, teerartiger Rückstand einer Destillation, der aus der Birkenrinde gewonnen und seit der Vorzeit als vielseitiger Klebstoff (besonders bei der Schäftung) verwendet wurde. Eine Vorstufe bei der Destillation von Birkenpech ist Birkenteer.

Auch zum Abdichten von Kanus und Schiffen wurde es genutzt.

Von verschiedenen Herstellern sind medizinische Kaugummis mit Wirkstoffen, die gegen Reisekrankheit wirken (Antiemetika, z. B. Dimenhydrinat), erhältlich. Diese können beispielsweise auf Flug- oder Seereisen Anwendung finden.
Da einige dieser Wirkstoffe jedoch die Vigilanz einschränken, sind sie im Allgemeinen nicht für Autofahrer geeignet.
Da es in Flugzeugen häufig zu Druckwechseln kommt, wird darüber hinaus empfohlen, einen Kaugummi zu kauen und dadurch die Ohrtrompete zu bewegen. Das hilft beim Druckausgleich.

Datei:Ear-anatomy.svg

Quelle / Urheber

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