Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

rauschen im walde

„Der Enzensberger hat etwas über den Wald gemacht – im Stern, ich muß lachen, muß das nochmal kurz erwähnen, die schönen Bilder und die Literatur – ist ja klar, daß der Wald spricht, raunt, und daß die Deutschen von Eichendorf her den raunenden Wald gehört haben. Und nicht nur die Deutschen, in jedem Land gibt es übermäßige Zeitungs- und Bücherproduktion.
Ja, was machen wir denn da? Wir Schreiberlinge, Kellner, die abends einen Roman schreiben, Döblins, Musils, Mann ohne Eigenschaften, Kafkas? Wir alle machen den Wald nach! Der Wald unterhält sich, wir holzen ihn ab, wir machen Papier daraus und was drucken wir drauf? Was der Wald sich unterhalten hat!
Der Mensch ist ein Rauschwesen. Ein unglaubliches Rauschwesen. Er ist geboren, um zu rauschen. Und darum ist auch die Alkoholseuche auf der Erde ein Ersatzrauschen für den eigentlichen Rausch, den der Mensch machen sollte. Wieder kommt das Wort aus dem Wald. Ja raunen, rauschen, dichten, blättern, Papier, Wälder, Bäume … und die Leute, die am meisten grün sind, und gegen dieses Baumsterben schimpfen, die schreiben am meisten.“

(Auszug aus „Das Ende des Holzweges“ 1983, Der Totale Neuss, S826/827)

Übrigens der Spiegel hat auch was über den Wald gebracht, intressäng: Warum Waldspaziergänge so gesund sind

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: