Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

DIE WUNSCH REGIERUNG

Matthias Beltz – Die paar Tage noch (1995)

Matthias Beltz Biografie

ARCHIV / STIFTUNG DER AKADEMIE DER KÜNSTE BERLIN
erzwungenes finale
The Making of Kabarett [2000]
Das letzte große Rätsel der Menschheitsgeschichte ist, wie es zu einem Kabarettprogramm kommt. Zumindest drängt sich dem Kabarettisten diese Frage immer wieder auf, ist sie doch die am häufigsten an ihn herangetragene. Weil die Welt als eine ungeheure Ansammlung kabarettreifen Blödsinns erscheint, ist es also die Aufgabe des Kabarettisten, auszuwählen aus der Unmenge des Stoffes. Da gibt es Literatur und Kollegen, von denen Passendes zu stehlen, zu kopieren und zu variieren ist. Das Wichtigste aber ist zwangsläufig die Wirklichkeit, das Leben in einem umfassenden Sinn. Denn das Leben schreibt die spannendsten Geschichten, das weiß doch heut ein jeder und sagts einem auch. »Gell«, sagen die Leute, »das ist doch eine gute Zeit fürs Kabarett, der Stoff liegt auf der Straße, ihr müßt ihn nur aufsammeln.«
Die Leute haben recht. »Ich könnt Ihnen Geschichten erzählen«, sagen die Leute, »die sind viel verrückter als Ihr Programm.« Denn was die Leute in ihrem Alltag erleben, stellt die Kunst schwer in den Schatten. Das Leben ist prall und bunt, die Bühne bietet dagegen nur schalen Ersatz.
Trost schenkt mir, daß die Leute, die all das wirklich Komische, Absurde und Tragische erleben, zu wenig Zeit haben, es aufzuschreiben oder einfach öffentlich zu erzählen. Dadurch kann unsereins bei der bedrohlichen Konkurrenz durch die Leute doch noch sich durchmogeln mit seinen kleinen Geschichten, die so erbärmlich abstinken gegen die Erfahrungen all der anderen Leute.
Quelle: Eigenes Konto. Wenn alles sich rechnet + niemand bezahlt. .TRANSIT: Berlin 2000, S. 59

HASCHREBELLEN
“Drei Gruppen tragen die Evolution eines neuen Zeitalters, das mit uns beginnt. Von diesen drei heroischen, mythischen Gruppen, denke ich, sind die Dealer die wichtigste. In den kommenden Jahren werden Fernsehspiele und Filme eine große Sache aus dem Dealer der sechziger Jahre machen. Der Dealer wird dargestellt sein als Robin Hood, ein geistiger Guerilla, ein mythischer Agent – den Platz von Cowboy-, Polizei- und Räuberhelden einnehmend. Das ist im Grunde nicht Neues. In der Geschichte der Menschheit besaß immer die Figur des Alchemisten, des Schamanen, des Kräutersammlers, des lächelnden Weisen den Schlüssel, um die anderen anzutörnen und glücklich zu machen. Immer waren sie das Zentrum für religiöse, ästhetische und revolutionäre Impulse.
Das Paradoxe am rechtschaffenen Dealer ist, daß er dir den himmlischen Traum verkauft. Er unterscheidet sich sehr von gewöhnlichen Händlern, denn die Ware, der er verkauft, ist Freiheit und Freude. Man erwartet von seinem Autohändler, daß er selbst ein gutes Auto fährt und von einem Konfektionisten, daß er gut gekleidet ist, dies bedeutet auch, daß man von dem rechtschaffenen Dealer erwarten kann, daß er genau die Freude und Freiheit ausstrahlt, die man in seinem Produkt sucht. So ist die Forderung an den Dealer nicht nur, daß seine Ware rein und geistig sein muß, sondern daß auch er selbst das menschliche Licht in sich tragen muß.
Ich kenne niemanden, der über eine Periode von vielen Monaten mit psychedelischen Drogen gehandelt hat und dabei überlebte, ohne gebustet oder ausgefreakt zu sein, der nicht rein war. Man muß rein sein. Man kann es nicht tun, um Geld oder Macht zu gewinnen – und man kann es nicht allein tun. Die meisten, wenn nicht alle aufrichtigen Dealer arbeiten in Gruppen oder Kommunen.
Es gibt zum großen Teil viele Vorurteile über den Dealer, auf allen Ebenen des Establishments wie auch im Untergrund. Es gibt viele psychedelische Liberale, die sagen, ‘es ist gut für junge Leute, mit Haschisch oder LSD zu experimentieren. Wir wollen keine Gesetze gegen sie haben, doch wir sollten Gesetze haben, die den Dealer bestrafen’. Irgendwie hat der Dealer eine niedere Moral oder soziologische Kategorie. Das ist reiner Unsinn, laßt uns ehrlich und offen darüber sprechen.”
farb-spiralen
Diese stark gekürzte und zensierte Wiedergabe ist dem gleichnamigen Beitrag aus der Zeitschrift LOVE Nr. 4 (1970) entnommen. In dieser Fassung ist es hoffentlich keine Aufforderung zu Straftaten.
Heiter weiter
R.Rippchen

lohmeyer-quasiFoto by Richard Majchrzak   
RIP  Gemalert von SCHOLLI. Wolfgang Neuss Freund und sein YOGA-LEHRER

jjan.2008 056
Diese Pur-Pfeifen werden im
HANFMUSEUM BERLIN ausgestellt und gehütet.

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