Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

Deutscher Herbst

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Pflanze des Monats Februar 2016Veronica polita
 
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Deutscher Herbst
Ein Interview mit Helmut Schmidt: An der Kritik der 68er an der damaligen Universität ist nichts auszusetzen, sie war im Prinzip und in der Sache durchaus gerechtfertigt. Manche der deutschen Professoren haben 1968 und folgende noch einmal bewiesen, was sie für Feiglinge waren. Sie haben nämlich den Kopf eingezogen, statt sich hinzustellen und zu sagen: Gewalt gibt es hier nicht in meinem Seminar! Sie haben den Kopf eingezogen (wird laut) und sich genauso benommen wie zuvor unter den Nazis. Doch die Angst, der Faschismus stehe wieder bevor und die Große Koalition sei eine Art Wegbereiter, die war großer Quatsch. Aber die Kritik der jungen Leute an den Universitäten war absolut gerechtfertigt.schmidt zündend

ZEIT: Ist das überwiegende Unverständnis gegenüber kritischen, engagierten jungen Leuten nicht auch der Hauptgrund dafür gewesen, dass aus dem Fleisch der Sozialdemokratie eine neue politische Kraft entstehen konnte – die Grünen, die bis heute die Sozialdemokraten schwächen?
Schmidt: Das ist abwegig. Wenn Sie bei uns und in den meisten anderen europäischen Ländern das Verhältniswahlrecht haben, dann ist es zwangsläufig so, dass Sie mit der Zeit viele Fraktionen und Parteien im Parlament haben – und nicht nur zwei Volksparteien. Wir können noch von Glück sprechen, dass wir nur sechs Parteien im Bundestag haben.
ZEIT: Trifft Sie der Vorwurf, Sie hätten damals nicht integrierend genug gewirkt?
Schmidt: Ich werfe mir das nicht vor – das ist Unsinn! Außerdem, bitte sehr, ich bin 1974 ans Ruder gekommen. Wenn Willy Brandt 1974 am Ruder geblieben wäre, wäre er bei der Wahl 1976 mit Pauken und Trompeten unterlegen. Und dann hätte eine Linksradikalisierung der Sozialdemokratie zwangsläufig stattgefunden. Ich habe immerhin 1976 und 1980 zwei Wahlkämpfe mit jeweils knapp 43 Prozent für die SPD gewonnen, wir lagen nicht wie heute unter 30 Prozent.
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ZEIT: Gab es denn eine besondere Form des Terrorismus in Deutschland durch Baader, Meinhof und die anderen?
Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.
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ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?

Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.

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»Ich bin in Schuld verstrickt« Von Giovanni di Lorenzo
Mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer vor 30 Jahren erreichte der RAF-Terror seinen Höhepunkt. Der Staat ließ sich nicht erpressen. Ein Gespräch mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt über die Grenzerfahrungen seines Lebens
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LOKI SCHMIDT
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