Wolfgang lässt schön grüßen

üben, üben, üben

DER FRÖHLICHE ANARCHIST

das-blaettchen
Des Blättchens 8. Jahrgang (VIII), Berlin, 23. Mai 2005, Heft 11 von Paul Oswald
Einen Tag, nach dem die Mauer gefallen wurde, standen Helmut Höge und Sabine Vogel (heute Berliner Zeitung) an der Glienicker Brücke in Potsdam und fragten die über Nacht auf scheinbar wundersame Weise handzahm gewordenen DDR-Grenzer, wo hier die nächste LPG sei. Jemandem fiel das Dorf Saarmund ein, also landeten die beiden verrückten Westberliner im Kuhstall der Saarmunder LPG. Ein Art verspäteter Bitterfelder Weg, sozusagen : Denn Höge & Partnerin waren nicht darauf aus gewesen, sich den Stall und die Leute darin nur mal anzusehen, sondern sie klinkten sich über Monate hinweg in den Stallbetrieb und die Kollegenschaft ein – harte Arbeit, wenig Geld. Und, später: ein Buch (eine längere Passage davon vorabgedruckt in der kulturpolitischen DDR-Wochenzeitung Sonntag). Noch später engagierte sich Helmut Höge unter anderem bei dem Rettungsversuch des treuhandgeschüttelten Berliner Betriebes Narva (Das Glühbirnenbuch, 2001). Er war ein, dazumal selten genug, verläßlicher Verbündeter »aus dem Westen«.
Der fröhliche Anarchist                              
Sonne2

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